Maurer/Korun: Menschrechtsprofessur an der Uni Wien muss gerettet werden

Grüne: Universitäten haben gesellschaftlichen Auftrag wahrzunehmen

Wien (OTS) - Wie heute bekannt wurde, soll die Professur des Menschenrechtsexperten Manfred Nowak in eine für Investitionsschutz umgewandelt werden. "Wir befinden uns in einer Situation, in der die Menschenrechte zunehmend in Frage gestellt werden, auch von Regierungsmitgliedern. Die wissenschaftliche Verankerung an den Universitäten ist umso wichtiger", sagt Sigrid Maurer, Wissenschaftssprecherin der Grünen. "Die Universitäten haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Sie müssen als Korrektiv mit entsprechendem Fachwissen in die öffentliche Debatte einsteigen können. Ohne Menschenrechtsprofessur an der Uni Wien wird das deutlich schwieriger."

Die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, appelliert an die Uni Wien, "den bisher mühsam erreichten Standard an Forschung und Lehre der Menschenrechte nicht aufs Spiel zu setzen. Sowohl in Österreich, als auch in Europa, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Forschung zu Menschenrechten und ihrer Durchsetzung", sagt Korun.

Noch vor wenigen Tagen bekannte sich Rektor Engl zum gesellschaftlichen Auftrag seiner Universität und richtete ein Projektteam für die "Third-Mission"-Aktivitäten ein. "Wenn Engl gesellschaftliche Verantwortung betont und gleichzeitig für die Gesellschaft zentrale Wissenschaftsbereiche aus dem Stellenplan der Universität streicht, kann es sich bei diesem Bekenntnis nur um eine Alibi-Aktion handeln", meint Maurer.

Dekan Oberhummer redet sich darauf aus, Menschenrechte wären Querschnittsmaterie. "Immer dann wenn behauptet wird, etwas wäre Querschnittsmaterie das ohnehin von allen betrieben würde, kann man sich sicher sein, dass das Thema unwichtig ist und fallen gelassen wird", sagt Maurer. "Die Menschenrechtsprofessur muss gerettet werden." Die Grüne Wissenschaftssprecherin kündigt eine parlamentarische Anfrage zur Causa an.

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