Neues Volksblatt: "Was muss passieren?" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 23. Dezember 2016

Linz (OTS) - Absolute Sicherheit kann niemand garantieren. Wenn etwa Menschen bereit sind, zu Selbstmordattentätern zu werden und sich selbst in die Luft zu sprengen, kann die beste Exekutive kaum Vorkehrungen dagegen treffen. Dasselbe gilt für Anschläge, bei denen Autos oder Lkw gewissermaßen als Waffe eingesetzt werden. Amokläufe und Ähnliches kann man nun einmal leider nicht vorhersehen.
Dennoch ist im Fall des Berliner Terroranschlags Kritik an den Behörden angebracht. Denn der mutmaßliche Täter war wahrlich kein unbeschriebenes Blatt: In seiner Heimat Tunesien wurde er wegen Raubes zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. In Italien hat er fast vier Jahre hinter Gittern verbringen müssen, nachdem er mit anderen eine Flüchtlingsunterkunft angezündet hatte. Dennoch gelang es ihm, sich nach Deutschland abzusetzen. Dort war er als „Gefährder“ im Visier der Behörden. Im Internet hat er sich als Selbstmordattentäter angeboten. In Gewahrsam hätte man ihn allerdings nicht nehmen können, hieß es, weil seine diesbezüglichen Bemerkungen zwar registriert wurden, aber zu wenig konkret gewesen seien. Zudem soll der Mann Kontakt zur Salafisten-Szene gehabt haben und er soll versucht haben, an automatische Waffen zu kommen. Es ist schon klar, dass man hinterher immer gescheiter ist. Dennoch muss die kritische Frage erlaubt sein: Was muss eigentlich noch passieren, bevor die Behörden etwas tun dürfen?

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001