Neues Volksblatt: "Terroralltag" von Manfred MAURER

Ausgabe vom 21. Dezember 2016

Linz (OTS) - „Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen“. Kanzlerin Merkel reagierte auf den Berliner Terror ähnlich wie im Juli nach den Attentaten in Ansbach und Würzburg. Nach Paris, Brüssel, Nizza beschworen ihre Amtskollegen ebenfalls die liberale Lebensart, welche man sich nicht von ein paar Terroristen nehmen lassen werde. Tatsächlich funktionieren die psychischen Verdrängungsmechanismen:
Die Menschen frequentieren Adventmärkte, obwohl diese das klassische „weiche“, sprich: leicht anzugreifende Ziel sind. Kaum jemand lässt sich vom terroristischen Restrisiko davon abhalten zu leben und zu genießen.
Mit jeder Gräueltat drängt sich der Terror aber immer tiefer in den Alltag. Auch wenn Österreich davon noch weitgehend verschont geblieben ist: Bleiben die ursächlichen Konflikte ungelöst (wonach es leider aussieht), ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande etwas Derartiges passieren wird.
Die Politik darf allerdings nicht auf den Gewöhnungseffekt spekulieren. Die Menschen wollen sich nicht an das Grauen gewöhnen. Sie erwarten von ihren Regierungen Schutz vor dieser Geißel der Menschheit. Wer ihn nicht bieten kann, wird abgelöst von Kräften, die Lösungen nur versprechen, aber mit ihrem Hang zur Vergiftung des politischen Klimas tatsächlich Teil des Problems sind.

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