Internationales Forscher-Team arbeitet unter NHM Wien-Beteiligung an Einrichtung zur Behandlung von extraterrestrischen Gesteinsproben

Wien (OTS) - Gesteinsproben aus Rückholmissionen vom Mars gelten als potenzielle Biogefährdung - sie könnten Spuren von Leben enthalten. Derzeit gibt es weltweit keine Einrichtung, die Marsgestein entgegen nehmen bzw. kuratorisch behandeln kann. Forscherinnen und Forscher des Naturhistorischen Museums Wien bzw. der Technischen Universität Wien arbeiten an Plänen einer entsprechenden Einrichtung, mit dem Ziel, eines Tages in Europa, vielleicht sogar in Österreich, die nötige Infrastruktur bereitstellen zu können.

„Wir brauchen eine solche Einrichtung, um einerseits die Weltraumforschung fortsetzen und andererseits extraterrestrische Gesteinsproben vor allem vom Mars auf die Erde rückführen zu können“, erklärt Ludovic Ferrière, Kurator der Gesteinssammlung sowie Ko-Kurator der Meteoritensammlung des NHM Wien. „Das NHM Wien verfügt über jahrhundertelange kuratorische Erfahrung, was Meteoriten betrifft – einer der Gründe, warum wir Teil dieses europäischen Projekts sind.“

Mit Stand 2016 gibt es keine Einrichtung in Europa, die sich vollumfassend der Behandlung von Gesteinsproben vom Mars, aber auch von Mond und von Asteroiden widmen kann. „Wenn Europa sich in vollem Maße an Probenrückholprogrammen beteiligen will, muss eine Infrastruktur geschaffen werden, die jener der NASA in den USA und JAXA in Japan entspricht“, so Ferrière.

Das Projekt EURO-CARES (European Curation of Astronomaterials Returned from Exploration of Space), das von der EU finanziert, drei Jahre lang an der Entwicklung einer neuartigen Einrichtung für den Empfang, die Aufbewahrung und die kuratorische Behandlung von extraterrestrischen Gesteinsproben sowie terrestrischem planetaren Schutz mit Fokus auf Aspekten des Gebäudedesigns, der Aufbewahrung der Proben und deren kuratorischen Behandlung arbeitet, geht ab 2017 in die nächste Phase:

Ein weiterentwickeltes Designkonzept des Gebäudes soll präsentiert werden, an dem unter anderem Sandra Häuplik-Meusburger von der TU Wien seit diesem Jahr arbeitet.

„Es war eine herausragende Erfahrung, in einem interdisziplinären Studio arbeiten und architektonische Visionen für eine derartige neue Bauform entwickeln zu können“, so Häuplik-Meusburger. „Architektur als Disziplin verfolgt das Ziel, einen optimierten Entwurf zu entwickeln, der den Anforderungen der Technik, der Wissenschaft, des Designs und des Menschen entspricht. Der Entwicklungsprozess gestaltet sich normalerweise disziplinübergreifend und dockt somit an verschiedene Fachbereiche an. Das ist nicht immer einfach, weshalb dieser Prozess ein hohes Maß an Einsatz aller Beteiligten erfordert.“

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