Kurier: Kardinal Schönborn: „Der Islam ist in einer Lage wie im dreißigjährigen Krieg“

Der Wiener Erzbischof meint, der Krieg zwischen Schiiten und Sunniten sei erst "am Anfang"

Wien (OTS) - Christoph Schönborn zieht im Kurier-Gespräch eine Parallele zwischen dem dreißigjährigen Religionskrieg vor 500 Jahren und der jetzigen Situation im Islam. Am Ende habe es Aufklärung und Toleranz zwischen Protestanten und Katholiken gegeben. Das erhofft sich Schönborn auch für den Islam. Der Kardinal wörtlich: „Das war für das Christentum eine heilsame, eine reinigende Herausforderung. Der Islam ist heute in einer Lage, die ich mit dem dreißigjährigen Krieg vergleichen möchte. Denn der Krieg zwischen Schiiten und Sunniten ist – in der Zuspitzung, die es zur Zeit gibt – erst am Anfang.“ Er hofft, dass die Zuwanderer nach Österreich von den Werten des Christentums überzeugt werden. Dass sie dafür in der jetzigen Auslegung des Islam Verfolgung fürchten müssen, kann er nicht akzeptieren: „Da müssen wir ganz klar sagen: Hinter die Forderung der Religionsfreiheit können wir nicht zurückgehen. Das ist Charta der Vereinten Nationen. Da hat der Islam Nachholbedarf.“ Am Konflikt im Nahen Osten sei auch der Westen beteiligt. Schönborn setzt auf die Selbsterneuerungskraft des Islam: „Warum soll es nicht auch im Islam Regenerationskräfte geben, die eine wirkliche spirituelle Erneuerung und ein klares Nein gegenüber der Gewaltanwendung bringen? Ich hege zumindest diese Hoffnung.“

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