Neues Volksblatt: "Rache" von Dietmar LEITNER

Ausgabe vom 12. Dezember 2016

Linz (OTS) - Die Türkei, insbesondere Istanbul, kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Noch bestens in schlechter Erinnerung ist der blutige Putschversuch Mitte Juli. Die beiden Anschläge vom Samstag passen in dieses Bild von überbordender Gewalt. Aber was uns vielleicht vor zehn bis 20 Jahren noch entsetzt hätte, wird fast schon zum schrecklichen Alltag: Paris, Nizza, jetzt wieder Istanbul, aber auch Kairo und Mogadischu. Das mittelfristige Verhindern solcher Anschläge wird wahrscheinlich nur über massive Kontrollen gehen, was bei Lebensqualität und -gewohnheiten zu merklichen Einschränkungen führen wird. Aber daran geht wohl kein Weg vorbei. Wie soll unsere Reaktion aussehen? In der Türkei dürfte die Antwort schon feststehen, spätestens seit sich ein Teil der PKK als Täter der aktuellen Anschläge outete. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu sprach schon vor diesem Outing von „Rache“. Und diese Ankündigung inkludiert wohl wiederum Gewalt — worauf wiederum Gegengewalt zu erwarten sein wird. Die Spirale der Gewalt wird also vermutlich weitergehen. Denn es geht dabei auch um Emotionen und die Gewissheit der Beteiligten jeweils im Recht zu sein. Keine schönen Aussichten — aber realistische. Doch die Frage ist, ob wir diese Gewalt auch in der Europäischen Union haben wollen. Oder ob wir nicht doch unter den gegebenen Umständen auf Beitrittsgespräche vorerst verzichten sollten.

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