Ban Ki-moon: “Korruption ist ein übler Keim, der tief in unsere Gesellschaften reicht. Kein Land ist immun.“

Globale Innovationstreiber im Bereich der Korruptionsbekämpfung mit den erstmalig vergebenen Sheikh Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Awards ausgezeichnet

Wien (OTS) - Heute, am Welt-Antikorruptionstag, fand in Wien die erstmalige Verleihung des „Sheik Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Awards“ statt. Die Auszeichnung wurde unter der Prämisse ins Leben gerufen, globale Organisationen, Einzelpersonen oder Gruppen auszuzeichnen, die sich durch außergewöhnliche Leistungen und Anstrengungen in der Prävention und im Kampf gegen Korruption rund um den Globus verdient gemacht haben. Die Preisübergabe erfolgte durch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und seine Hoheit, Tamim Bin Hamad Al-Thani, den Emir von Quatar.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gratulierte den Preisträgern zu ihrem Mut. Er dankte außerdem seiner Hoheit, dem Emir, sowie der Regierung von Quatar für ihre Unterstützung im Rahmen der weltweiten Anti-Korruptions-Bestrebungen, der Verbrechensprävention und der Sicherstellung der Rechtsstaatlichkeit durch die Umsetzung der „Doha-Erklärung“, welche im letzten Jahr im Rahmen des dreizehnten UN-Kongresses für Verbrechensprävention und Strafjustiz festgelegt wurde. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte: „Korruption ist ein übler Keim, der tief in unsere Gesellschaften reicht. Er erstickt Hoffnung und vereitelt Chancen. Er ermöglicht es einigen Wenigen zu gedeihen, auf Kosten jener, die dabei auf der Strecke bleiben. Kein Land ist immun.“

Die erste Verleihung der zukünftig jährlich zu vergebenden Awards fand nun in der Wiener Hofburg statt. Die Awards honorieren herausragende Leistungen und Beiträge zur Verhinderung und zum Kampf gegen Korruption rund um den Globus - unter ihnen etwa auch Initiativen, die zur Amtsenthebung von Staatsoberhäuptern in Nordamerika und Europa führten. Der Preis wird zur Unterstützung des Anti-Korruptionsmandats des Büros der Vereinten Nationen für Drogen-und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und insbesondere im Rahmen der Umsetzung der UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC) vergeben.

Nach einem langen und intensiven Auswahlverfahren entschied sich das Award-Komitee unter Einbeziehung des sogenannten Assessment Advisory Boards für sieben Preisträger in vier Kategorien: Anti-Corruption Innovation, Anti-Corruption Academic Research, Anti-Corruption Youth Creativity sowie Anti-Corruption Lifetime Achievement.

In der Kategorie „Anti-Corruption Innovation“ wurden zwei Gewinner ausgezeichnet. Zum einen Hanan Khandagji aus Palästina: Um Missbrauchsfälle in jordanischen Einrichtungen für behinderte Kinder zu untersuchen und schließlich aufzudecken, schleuste sich Hanan Khandagji inkognito als freiwilliger Helfer in entsprechende Institutionen ein. In ihren Reportagen berichtet sie über regelmäßigen Missbrauch Schutzbefohlener durch Kranken- und Pflegekräfte. Die umfassenden recherchierten und tiefgreifenden Berichte führten schließlich zur Schließung von mehreren Einrichtungen und gaben den Anstoß zur Gründung eines Komitees zur Aufarbeitung der Geschehnisse.

Der zweite Award in der Kategorie Anti-Corruption Innovation ging an „ArtLords“ aus Afghanistan: Die Basisbewegung aus Künstlern schaffte mittels Streetart Bewusstsein für Korruption im Sinne einer „Null-Toleranz-Einstellung“ in den Straßen von Kabul: Ihr Projekt „I see you“, Zeichnungen von Augen auf den Mauern zahlreicher Häuser Kabuls, erreichte große Aufmerksamkeit.

In der Kategorie „Anti-Corruption Academic“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben: Zum einen an den mazedonischen Professor für Strafrecht, Kriminologie und Verbrechen, Miodrag Labovic, sowie an die ‚Groupe De Recherche Corruption & Democratie (CORDE)’ aus Frankreich und Kanada.
Labovics Bemühungen führten zur Festnahme des ehemaligen mazedonischen Premierministers Vlado Buckovski, der infolgedessen zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Ein weiterer Grund für die Entscheidung der Jury ist die Fülle an Professor Labovics Publikationen zu den nationalen Strukturreformen der politischen und juristischen Systeme.

Mit “CORDE” wird ein weiteres herausragendes Rechercheprojekt geehrt:
Es beschreibt politische und ökonomische Problemsituationen, welche die Ideale einer funktionierende Demokratie in einer modernen Gesellschaft untergraben und so sukzessive das Vertrauen der Bürger in die Demokratie entziehen.

Auch in der Kategorie „Anti-Corruption Youth Creativity“ wurden zwei Preisträger ausgezeichnet. Das Netzwerk “Eurasian Integrity Youth Academy”, bestehend aus tausend jungen, aktiven Bürgern, hat sich eine Veränderung in Griechenland zum Ziel gesetzt. Ohne Förderungen von Seiten der Regierung arbeitet die Vereinigung kontinuierlich, um positive Veränderungen für die nächste Generation zu bewirken.

Die NGO “TM Music TZ” aus Tansania ist der zweite Preisträger der Kategorie. Die Organisation wurde 2004 gegründet und besteht aus jungen Sängerinnen und Sängern, die durch die Kraft der Musik das Bewusstsein für Korruption fördern und ihr so entgegen wirken wollen. So etwa wurde der Titel “Wipe out Corruption” komponiert, um die Regierung in Tansania in ihrem Kampf gegen Korruption zu unterstützen.

Der letzte Award der Zeremonie ging an Thelma Aldana aus Guatemala. Sie wurde in der Kategorie “Anti-Corruption Lifetime Achievement“ ausgezeichnet. Aldana ist Generalstaatsanwältin in Guatemala und widmete sich Zeit ihres Wirkens der Strafverfolgung des damaligen Staatsoberhaupts, der schließlich wegen Betrugs, illegaler Verbindungen, Korruptionsvorwürfen und Steuerhinterziehung des Amtes enthoben wurde.

Skulptur als Mahnmal gegen Korruption am Wiener UN-Standort enthüllt Um im Sinne des Welt-Antikorruptionstages und des globalen Kampfs gegen Korruption auch ein sichtbares, dauerhaftes Zeichen zu setzen, wurde in der UNO-City Wien eine Skulptur des zeitgenössischen irakischen Künstlers Ahmed Al Bahrani enthüllt. Die drei Meter hohe, aus Stahl gefertigte Skulptur stellt eine erhobene Hand dar, um das internationale Engagement, die unermüdlichen Kräfte und die Entschlossenheit im Kampf gegen internationale Korruption zu signalisieren. Die zusammenhängenden Linien symbolisieren dabei eine globalisierte Welt, die im Kampf gegen Korruption eine gemeinsame Front bildet. Die durchsichtige Konstruktion unterstreicht den wichtigen Stellenwert von Transparenz.

Die Skulptur wurde in der Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, seiner Hoheit, Tamim Bin Hamad Al-Thani, dem Emir von Qatar und seiner Exzellenz, Dr. Ali Bin Fetais Al Marri, dem UNODC Sondergesandten für Korruptionsprävention, enthüllt.

Über den Award

Der Sheikh Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Award wurde vom The Rule of Law and Anti-Corruption Center (ROLACC) ins Leben gerufen. Dr. Ali Bin Fetais Al Marri, UNODC Sondergesandter für Korruptionsprävention, verkündete die Gründung des Sheikh Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Award bei der achten jährlichen Konferenz der Internationalen Vereinigung von Anti-Korruptionsbehörden (International Association of Anti-Corruption Authorities (IAACA)) im November 2015 in St. Peterburg.

Dr. Ibrahim Al Jazy, Executive Director, Rule of Law and Anti-Corruption Center (ROLACC) sagt: “Wir waren von den Reaktionen der internationalen Gemeinschaft überwältigt. Der breite Bogen an Preisträgern steht bezeichnend für die globale Bewegung gegen Korruption. Zudem steht er stellvertretend für die Notwendigkeit, jene vor den Vorhang zu holen, die Bemerkenswertes zum Kampf gegen Korruption beitragen, aber auch jene stillen Helden zu ehren, die jeden Tag versuchen, einen wichtigen Unterschied in der Gesellschaft zu machen und so Korruption in jeder Form auszumerzen.“

Der Executive Director des United Nations Office on Drugs and Crime, Yury Fedotov, sagte im Rahmen der Zeremonie: „Die neue Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat dem Kampf gegen Korruption neuen Antrieb gegeben in dem sie klar anerkennt, dass jegliche Maßnahmen der Korruptionsbekämpfung essentiell sind, um Armut zu beenden, qualitative Bildung sicherzustellen, angemessene Arbeit und wirtschaftliches Wachstum zu fördern und um natürliche Ressourcen zu schützen.“

Einreichungen für den Sheikh Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Award wurden weltweit entgegengenommen. Auch Dritte hatten die Möglichkeit, Organisationen, Gruppen von Personen oder Personen jeder Nationalität zu nominieren, die sich nachweislich durch herausragenden Einsatz im Kampf gegen Korruption sowie in deren Prävention auszeichnen. Nach dem offiziellen Aufruf zur Einreichung von Nominierungen wurde die Auswahl in einem Onlineprozess fortgesetzt.

Offizielle Bilder sind hier verfügbar: http://www.image.net/aceaward

Rückfragen & Kontakt:

Für mehr Informationen zum Sheikh Tamim Bin Hamad Al Thani Anti-Corruption Excellence Awards und zu den Gewinnern kontaktieren Sie bitte:
Catherine Sharrott, ASDA’A Burson-Marsteller.
E: Catherine.sharrott@bm.com

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