Bildung ade: Lesen geht an Österreichs Schulen verloren

Pisa-Studie zeigt, jeder dritte Schüler ist beim Lesen ein Risikoschüler.

Wien (OTS) - Österreich hat bei der neuen PISA-Studie noch schlechter als bei der letzten Erhebung 2012 abgeschnitten, im Testgebiet Lesen zählt gar jeder Dritte zur Gruppe der Risikoschüler – das sind solche, die „gravierende Mängel“ aufweisen. Heißt: Diese Schüler können nicht sinnerfassend Lesen.

Damit bricht jene Kulturtechnik signifikant ein, die Basis ist für den Aufbau von Wissen im Allgemeinen. „Eine Entwicklung, der entgegenzusteuern ist“, warnt Friedrich Hinterschweiger, Obmann des Fachverbandes Buch und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich. Übrigens eine Warnung, die Hinterschweiger seit vielen Jahren ausspricht.

Leseförderung gemeinsam ausbauen

Österreichs Verleger und Buchhändler schlagen angesichts dieser negativen Lese-Entwicklung eine intensive Kooperation mit dem Bildungsministerium vor. So könnte die seitens des Fachverbandes Buch und Medienwirtschaft als freiwillige Leistung der Wirtschaft vor dreizehn Jahren ins Leben gerufene Leseförderung an Österreichs Pflichtschulen weiter ausgebaut werden. „Sinnerfassend Lesen zu können, bedeutet Wissen aufzubauen und in der Folge zu festigen“, bezieht sich Friedrich Hinterschweiger auf namhafte Studien und sieht begründet Hoffnung, bei Ministerin Sonja Hammerschmid Gehör zu finden, die „dem inakzeptablen Ergebnis“ (Zitat Hammerschmid) im Sinne der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen aktiv begegnen will.

Apropos Lesecenter für Leseförderung der Wirtschaftskammer Österreich: In 10.000 Leseeinheiten wurden rund 600.000 Schüler erreicht. Der direkte Kontakt mit Kinder- und Jugendbuchautoren in Lesestunden und Workshops setzte nachhaltige Impulse, die Lesefreude zu erhöhen.

Das Schulbuch forcieren

Lesen und Buch sind eine Einheit – und exakt diese gehört wieder ins Zentrum pädagogischer Überlegungen gestellt. Deswegen liegt seitens der Vertreter der Buch und Medienwirtschaft ein Vorschlag auf dem Tisch, dass die Republik die Budgetlimits für Schulbücher anhebt und zusätzlich eines für Lesebücher freigibt. „Wenn die Republik mit uns diesen Weg geht, sind wir guten Mutes, dass der nächste Pisa-Test für Österreich signifikant bessere Beurteilungen bringt“, weiß Friedrich Hinterschweiger um die Sinnhaftigkeit dieses Vorstoßes.

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Mag. Karl Herzberger
Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft
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