Welt-Anti-Korruptions-Tag: Neuer Internationaler Standard unterstützt Organisationen bei Korruptionsprävention

Wien (OTS) - Austrian Standards erläutert Grundzüge des erst kürzlich erschienenen Standards ISO 37001, der systemische Prozesse zur Vorbeugung von Bestechlichkeit in Organisationen beschreibt.

Schmiergeldzahlungen, Geldwäsche, Steuerbetrug, „Kick-Back“-Zahlungen – die Liste von strafbaren Tatbeständen, die man unter dem Begriff Korruption subsumieren kann, ist vielfältig. Austrian Standards nimmt den Welt-Anti-Korruptions-Tag am 9. Dezember 2016 zum Anlass, den erst kürzlich erschienenen Standard ISO 37001 vorzustellen, der Leitlinien zur Implementierung von Anti-Korruptions-Managementsystemen beinhaltet.

Gesetze nicht ausreichend

Bestechlichkeit ist ein weit verbreitetes und sehr kostspieliges Phänomen. Die EU-Agentur zur Korruptionsbekämpfung OLAF beziffert den jährlichen Schaden durch Schmiergeldzahlungen bei öffentlichen Auftragsvergaben in der Europäischen Union auf rund 120 Milliarden Euro. Obwohl Regierungen versuchen, dem Problem mit internationalen Vereinbarungen beizukommen, reichen gesetzliche Regelungen alleine nicht aus. Vielmehr sind die Organisationen selbst in der Verantwortung, Bestechung und Bestechlichkeit durch gezielte Maßnahmen zu unterbinden.
„Der neue ISO-Standard hilft dabei, eine entsprechende Unternehmenskultur zu entwickeln und Rahmenbedingungen zu schaffen, um Möglichkeiten für Korruptionshandlungen eruieren und in der Folge minimieren zu können“, erklärt Dipl.-Ing. Josef Winkler, Komitee-Manager bei Austrian Standards.

Konkrete Analyse- und Maßnahmenempfehlungen

„Die ISO 37001 ist ein praktikables Tool für Organisationen, um ihre derzeitige Risikosituation kritisch zu analysieren und angemessene Maßnahmen gegen Korruption in ihre bestehenden Strukturen und Prozesse zu integrieren. Dazu zählt die Durchführung einer Risikoanalyse ebenso wie die Nominierung eines Antikorruptions-Officers – ähnlich dem Compliance-Manager“, ergänzt Dr. Peter Jonas, der bei Austrian Standards den Bereich Zertifizierung verantwortet.

„Korruption ist immer ein Personalthema. Denn es sind handelnde Personen, die gegen Regeln verstoßen. Darum gilt es zu eruieren, wo mögliche Schwachstellen im Unternehmen sind, welche Funktionen potenzielle Risikofaktoren beinhalten. Im Allgemeinen gelten u. a. die Unternehmensbereiche Einkauf und Vertrieb als exponierte Positionen. Aber auch bei der Beauftragung von Dienstleistungen und der Auswahl von Kooperationspartnern empfiehlt der Standard, Kontrollmaßnahmen zu implementieren. Dazu zählen etwa das Vier-Augen-Prinzip bei Verträgen, das Rotationsprinzip beim Ein- und Verkauf oder das Beobachten von Geldströmen, die rein- und rausgehen“, erläutert Dr. Jonas die Details aus dem ISO-Standard.

Wie alle Managementsystem-Standards basiert auch ISO 37001 auf dem so genannten High Level Standard Framework. Dadurch lässt er sich einfach in ein bestehendes Compliance Management System nach ISO 19600 integrieren.

Zertifizierung schafft Vertrauen

„Die im Regelwerk beschriebenen Maßnahmen stehen in engem Zusammenhang mit dem Compliance Management System. Auch für die Anwendung der ISO 37001 gibt es eine entsprechende Zertifizierung, wie sie Austrian Standards bereits im Paket mit der Zertifizierung eines Compliance Management Systems nach ISO 19600 anbietet. Diese Zertifizierung bestätigt den Stakeholdern die normkonforme Anwendung des Anti-Korruptions-Standards und das Funktionieren der entsprechenden Management-Systeme“, ergänzt Dr. Jonas

Bibliografie und Linktipps

ISO 37001 Anti-bribery management systems

Über Austrian Standards:

Standards sind von Fachleuten erarbeitete Empfehlungen. Sie dienen dem Wohl und der Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass eins verlässlich zum anderen passt. Standards (z. B. ÖNORM) stehen für Qualität und damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen transparenten Prozess zur Entwicklung von Standards in Österreich sicher.

Als das österreichische Mitglied von CEN, dem European Committee for Standardization, und ISO, der International Organization for Standardization, ermöglicht Austrian Standards allen, an der Entwicklung von Standards mitzuwirken. So wird sinnvolles und international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich und anwendbar. Austrian Standards beschäftigt 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro pro Jahr. www.austrian-standards.at

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