KARIKATURMUSEUM KREMS: RUDI KLEIN UND NACHWUCHSZEICHNERINNEN AUS ARTIST-IN-RESIDENCE

Bekannter Cartoonist und spannende Mangakünstlerinnen werden in der Winterausstellung gezeigt

Wien/St. Pölten/Graz/Salzburg/Linz (OTS) - Weit gespannt war der Bogen der Winterausstellung des Karikaturmuseum Krems, die am Samstag eröffnet wurde: Mit Rudi Klein wird zu ebener Erde einer der einflussreichsten Cartoonisten der österreichischen Szene präsentiert und im ersten Stock sind drei deutschsprachige Zeichnerinnen aus der Mangaszene und der Graphic Novel zu sehen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien feierten bei einem Glas Wein.

Unter den Gästen waren Landeshauptmann Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner, der Geschäftsführer der Kunstmeile Krems, Gottfried Paulus, Karikaturmuseum Krems Direktor Gottfried Gusenbauer, Sabine Güldenfuß (Artist-In Residence) und Stadträtin Anna Wegl. Neben Rudi Klein, Tina Brenneisen, Inga Steinmetz und Melanie Schober wurden unter anderem Karikaturist Markus Szyszkowiz, Filmschaffender Anton Aigner, Künstler Thomas Baumann und die Fotografen Günter Parth und Heribert Corn gesichtet. Auch Terezija Stoisits (Volksanwältin) und Kastner & Partners CEO Thomas Grabner waren gekommen.

Rudi Kleins Comicstrips kennt man aus zahlreichen Medien. Mit seinen gezeichneten Kommentaren zu den Absurditäten des Alltags und der Tagespolitik unterhält er seit vielen Jahren Millionen von Zeitungslesern. Im Karikaturmuseum Krems werden nun Werke aus den Landessammlungen Niederösterreich und aus dem Privatbesitz des Künstlers, ergänzt mit privaten Objekten aus seiner „Kleinen Sammlung“ von Kuriosa aller Geschmackniveaus gezeigt. Neben der wohl verbreitetsten Figur, dem „Lochgott“, sind die wenig bekannte Sammlung „Der Herr der Dinge“ und die neuen Arbeiten zu „Teufel Alkohol“ zu sehen. Zur Ausstellung erschien das Buch „Vereinfachung einer nicht unkomplizierten Welt“ im Antje Kunstmann Verlag.

Das Karikaturmuseum Krems fördert in Kooperation mit AIR–ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich in Krems gezielt Künstlerinnen. Sowohl im Bereich des japanischen Manga-Stils als auch in der Graphic Novel finden sich viele deutschsprachige Zeichnerinnen. Dieses Jahr sind die Künstlerinnen Inga Steinmetz und Tina Brenneisen zu Gast, ihre Arbeiten zeigen die große Bandbreite ihres wiederholt ausgezeichneten Schaffens. Melanie Schobers Studie über deutschsprachige MangazeichnerInnen gibt außerdem einen interessanten Einblick in die deutsch/österreichische Mangaszene. Versteht man in Europa unter dem Begriff Manga gemeinhin Comics japanischen Ursprungs, die einer gewissen Formensprache huldigen (Kindchenschema der Figuren, lange Geschichten, filmische Erzählweise), so bezeichnet der Begriff im Japanischen generell Comics und bedeutet in der Übersetzung der ersten Silbe etwa spontan/ungezügelt/bunt gemischt und in der zweiten Silbe Bild.
Im launigen Eröffnungsgespräch plauderte Direktor Gottfried Gusenbauer mit dem „intellektuellen Cartoonisten mit vielen Abgründen“ Rudi Klein über die Entstehungsgeschichte seiner Serie „Die Vereinfachung einer nicht unkomplizierten Welt“, über den „Lochgott“ (Rudi Klein: „Wie Gott aussieht, möchte ich mir noch als Geheimnis bewahren.“) und über seine Kaugummibilder (Rudi Klein: „Im Kauen bin ich ganz toll.“).

Mangakünstlerin Melanie Schober erzählte über den speziellen Zugang der deutschsprachigen Mangazeichnerinnen, die im Gegensatz zu von Redakteuren und Assistenten unterstützen japanischen Künstlern ihre Geschichten selbst entwickeln und selbst zeichnen: „Jeder Strich soll auch meine Persönlichkeit atmen, das ist mir ganz wichtig.“ Und Genrekollegin Inga Steinmetz, derzeit Artist-In Residence in Krems, unterstrich, dass die deutschsprachige Zugangsweise in der Erzählung weit vom japanischen Vorbild abweicht: „Autobiographisches im Manga zu verarbeiten ist in Japan vollkommen unüblich.“ Gleich sei der Druck, unter dem produziert wird: „In unserer Kunstrichtung ist ein hoher Output gefordert, manchmal müssen 180 Seiten produziert werden, da muss man sehr diszipliniert arbeiten. Gerade hier in Krems ist das ganz toll möglich.“

Tina Brenneisen, die in der Ausstellung mit ihrer Graphic Novel „Hoodies“ vertreten ist, lobte das Karikaturmuseum Krems als „traumhafter Ort für unsere Kunst, von so etwas träumen wir in Deutschland.“ In ihrer Graphic Novel steht die Angst vor dem Fremden im Mittelpunkt, ein Thema, das durch die Flüchtlingswellen der jüngsten Zeit eine zusätzliche Bedeutung erlangt hat: „Mich hat interessiert, wie wenig es braucht, um Angst zu schüren.“

In ihrer Eröffnungsrede freute sich Landeshauptmann Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner über die wichtige Plattformfunktion des Karikaturmuseum Krems zum Austausch der KünstlerInnen untereinander und wünschte sich, „dass auch in der Politik – wie in der Karikatur -die Themen pointierter auf den Punkt gebracht werden und Humor breiter möglich ist.“
Die Ausstellungen sind noch bis zum 15. Jänner 2017 täglich von 10 bis 17 Uhr im Karikaturmuseum Krems zu sehen.

Download Pressebilder unter
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=PMMCK (Rudi Klein)
https://celum.noeku.at/pindownload/login.do?pin=N862W (Artist-In
Residence)

Rückfragen & Kontakt:

Martina Hackel
+43 2732 90 80 20-252
martina.hackel@karikaturmuseum.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KUK0001