Neues Volksblatt: "Verhandlungstisch" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 26. November 2016

Linz (OTS) - Die Ärztevertreter begründen ihren Dezember-Streik damit, das Patientenwohl im Auge zu haben — denn, so sagt der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Johannes Steinhart:
„Die Politik will nur eines: Weniger Geld für die Gesundheitsversorgung ausgeben“. Nicht als unmittelbare Replik, aber trotzdem auch als Antwort auf Aussagen wie diese sprach Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser im Nationalrat von einem „apokalyptischen Bild“, das von den geplanten Änderungen im Gesundheitswesen gezeichnet werde.
Zwischen diesen Polen schaukelt sich ein Konflikt auf, der gezwungenermaßen all jene ratlos zurücklässt, die im Regelfall mit den überaus komplexen Strukturen des Gesundheitssystems nicht vertraut sind: die Patienten. Die bekommen zwar die Nebenwirkungen dieses Streits zu spüren, aber sie sind, um es in den Worten der OÖGKK-Führung zu sagen, „nicht die Stelle, die man kritisiert“. Nicht zuletzt deshalb verweist man seitens der Sozialversicherung darauf, dass ihre Vertragsärzte „eine gesetzliche Verantwortung für die Erfüllung des Versorgungsauftrages“ übernommen haben.
Wenn OÖGKK-Obmann Albert Maringer mahnt, die Ärzteschaft möge „ihre Interessenkonflikte innerhalb allgemeiner demokratischer Spielregeln“ austragen, heißt das nur eines: Die gewählten Kammer-Funktionäre sollen die Sache am Verhandlungstisch ausstreiten — und der steht sicher nicht in einer Ordination.

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