Gewerkschaft vida: Wirtschaft schlägt sich endlich auf unsere Seite

vida-Tusch: „Einigkeit mit NR und Hotelier Schellhorn in Punkto bessere Entlohnung“

Wien (OTS) - „Es freut mich zu sehen, dass auf der Seite der Arbeitgeber langsam aber sicher ein Umdenken einsetzt und unsere jahrelangen Forderungen zu fruchten beginnen“, sagt Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, nach der abendlichen TV-Diskussion mit dem Hotelier und Politiker Sepp Schellhorn. „Er hat ganz richtig erkannt und mehr als einmal betont, dass die Kolleginnen und Kollegen im Tourismus zu wenig verdienen und deshalb scharenweise der Branche den Rücken kehren. Zudem schrecken die niedrigen Einkommen die Jugend ab, eine Lehre im Tourismus zu starten“, so der vida-Gewerkschafter.

Beschäftigte finden und halten

Um dem dramatischen Personalmangel im Hotel- und Gastgewerbe entgegenzuwirken und die Attraktivität der Branche wieder zu erhöhen, braucht es aber nicht nur eine faire Entlohnung, so Tusch: „Wie auch Herr Schellhorn betont hat, muss es wieder gelingen, die Beschäftigten in ihren Jobs zu halten. Wenn vier von zehn versuchen die Branche zu verlassen, darf ich das nicht hochnäsig vom Tisch wischen, sondern muss dieses alarmierende Signal ernstnehmen und gegensteuern!“ Dringenden Handlungsbedarf sieht Tusch bei den Rahmenbedingungen: „Die Beschäftigten leiden etwa unter der Dienstplanunsicherheit. Viele wissen heute nicht, ob und wie sie morgen Dienst haben. Aber nicht nur das macht ein familienfreundliches Leben nahezu unmöglich, auch viel zu kurze Ruhezeiten wirken für viele abschreckend! Hier gibt es genügend Beispiele aus anderen Branchen, wie faire Personalplanung funktioniert!“

Turbo für Lehrlingsausbildung

Karrieremöglichkeiten, Weiterbildung und Perspektiven sind für Tusch drei essentielle Säulen, um die Begeisterung der Beschäftigten im und für den Tourismus wieder zu pushen: „Wir müssen bei den jungen Menschen ansetzen und ihnen beste Bedingungen bieten. Wenn sich Lehrlinge an uns wenden, die von illegalen Überstunden, unterschlagenen Trinkgeldern bis hin zu Mobbing berichten, dann läuft hier etwas sehr falsch.“ Lehrlinge brauchen hochwertige Ausbildung:
„Deswegen ist es wichtig, dass Tourismus-Lehrlinge endlich mehr Zeit in der Berufsschule bekommen. Wir verlangen seit Jahren eine Ausweitung auf zwölf oder zumindest zehn Wochen, wie in anderen Berufen auch, die Wirtschaftskammer bremst hier noch.“

Tourismusgipfel für Zukunft der Branche

Tusch betont, dass es viele Betriebe in Österreich gibt, die ihre Beschäftigten fair und gut behandeln: „Gerade deswegen mache ich mich auch für ein Bewertungssystem der Arbeitgeber stark. Auf einen Blick lassen sich so vorbildliche Betriebe aber auch schwarze Schafe erkennen.“ Abschließend erneuert Tusch seine Einladung zu einem Tourismusgipfel: „Ich will, dass sich alle relevanten Player an einen Tisch setzen, unter anderem auch Sepp Schellhorn. Ich bin sicher, dass er seiner politischen Verantwortung nachkommt. Wir werden alle lösungsorientiert an der Zukunft der Branche arbeiten. Terminvorschläge für den Gipfel werden kommende Woche verschickt!“

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