Wiener Stadthalle aus Finanztermingeschäften ausgestiegen

Höhere Verluste abgewendet – Chance intakt, Ergebnis bis 2042 zu verbessern

Wien (OTS/RK) - Der Stadtrechnungshof Wien hat die Finanztermingeschäfte der Wiener Stadthalle bereits im Jahr 2011 genauestens überprüft und im Jahr 2015 einer Nachprüfung unterzogen, deren Ergebnis mit dem jetzigen Stadtrechnungshofbericht vorliegt.

Seit dem Stadtrechnungshofbericht 2011 ist die Wiener Stadthalle geordnet aus den bestehenden Finanztermingeschäften ausgestiegen, in dem sie die noch vorhandenen Produkte in Schweizer Franken und in Türkischer Lira im Jahr 2015 auslaufen hat lassen. Durch diese Vorgangsweise konnten die Verluste aus diesen beiden Produkten um bis zu rund 50 Prozent verringert werden.

Die insgesamt seit 2006 angefallenen Verluste konnte die Wiener Stadthalle aus eigener Kraft abdecken und zwar auch aus den – auf Empfehlung des Stadtrechnungshofes – seit dem Jahr 2012 getätigten Rückstellungen.

Die Wiener Stadthalle hat sich ganz bewusst für den Ausstieg entschieden und damit gegen eine weitere Rollierung und der damit verbundenen risikoreichen Verschiebung von möglicherweise noch höheren Verlusten in die Zukunft. Sie hat damit auch die Empfehlungen des Stadtrechnungshofes Wien und die Vorgaben der Stadt Wien – keine Finanztermingeschäfte ¬neu abzuschließen – umgesetzt.

Mit Ausstieg wurden die Verluste verringert und kein weiteres Risiko eingegangen

Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt die Betrachtung im Detail: Beim Produkt in Schweizer Franken ist es einerseits durch einen Vergleich mit der Bank und andererseits durch das zeitgerechte Auslaufen des Produktes noch vor der Aufhebung der Bindung des Franken an den Euro im Jahr 2015 gelungen, den Verlust zu begrenzen. Wäre das nicht geschehen, läge der Verlust heute etwa doppelt so hoch. Auch der Ausstieg aus dem Finanzprodukt in Türkischer Lira, ebenfalls im Jahr 2015, hat die Verluste verringert. Insgesamt konnten die Verluste um 3 Millionen Euro reduziert werden durch die gesetzten Maßnahmen.

Ein Finanzprodukt zur Zinsabsicherung läuft noch bis 2042 Chance, das Gesamtergebnis ohne Risiko ins Positive zu drehen, ist intakt

Mit dem Auslaufen der Finanztermingeschäfte in Schweizer Franken und in Türkischer Lira hat die Wiener Stadthalle nur mehr ein Finanzprodukt zur Zinsabsicherung im Portfolio und zwar in Form einer EUR Receiver Swaption 3,2 % bzw. eines Interest Rate Swap 3,2 % mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2042.

Der Grund dafür: Nur bei einem vorzeitigen Ausstieg vor dem Jahr 2042 würde der derzeit negative Marktwert dieses Produktes schlagend werden. Läuft dieses Produkt vertragsgemäß im Jahr 2042 aus, so wäre das mit keinerlei Verlusten verbunden. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass der Marktwert dieses Produktes sich in den nächsten 25 Jahren noch ins Positive für die Wiener Stadthalle dreht und die seit dem Jahr 2006 entstandenen Verluste kompensiert und das Ergebnis damit verbessert.

In diesem Zusammenhang räumt auch der Stadtrechnungshof ein, dass mit dem noch laufenden Produkt faktisch kein zusätzliches finanzielles Risiko für die Wiener Stadthalle verbunden ist.

Finanzprodukte dienten zur Zinsabsicherung der Leasingfinanzierung Halle F

Alle Finanzterminprodukte waren an die Leasingfinanzierung für die Halle F als konkretes Grundgeschäft gebunden und wurden zur Zinsabsicherung gewählt. Zum Zeitpunkt ihres Abschlusses galten solche Produkte als durchaus vernünftiges und taugliches Instrument, das von vielen öffentlichen Unternehmen und Gebietskörperschaften in Österreich und Europa zu diesem Zweck ausgewählt wurde.

Aus heutiger Sicht, dem heutigen Wissen und dem schmerzhaften „Lerneffekt“ aus der Finanz-, Wirtschafts- und Bankenkrise würden solche Instrumente nicht mehr eingesetzt werden. Mit dem Ausstieg ist die Wiener Stadthalle somit den Empfehlungen des Stadtrechnungshofes und der Entscheidung der Stadt Wien keine neuen Finanztermingeschäfte einzugehen voll und ganz nachgekommen. Weitere Risken bestehen nicht. (Schluss)

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