ÖH zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*

ÖH fordert mehr Kompetenzen für Arbeitskreis für Gleichbehandlung

Wien (OTS) - Sexualisierte Gewalt ist ein Phänomen, das trotz groß angelegter Aufklärungskampagnen und bewusstseinsbildender Aktionen, darunter auch dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*, im Alltag häufig bagatellisiert, relativiert oder tabuisiert wird. 29,5 % der Frauen* in Österreich verfügen über Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, 74,2 % berichten von Erfahrungen mit sexualisierter Belästigung (laut Gewaltprävalenz-Studie Österreich 2011). “Diese Zahlen sind erschreckend und nicht hinnehmbar, Verharmlosungen jeglicher Art sind völlig fehl am Platz”, so Marie Fleischhacker vom Vorsitzteam der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH).

Neben Frauen* können auch Personen anderer Geschlechter von sexualisierter Gewalt betroffen sein. “In diesem Zusammenhang sind auch intergeschlechtliche und trans Personen zu nennen. Sie werden auf sehr spezifische Formen verletzt. Statistiken wie Bestrebungen, sich dieser Schnittstelle zu widmen, sind bis heute rar und wenig verbreitet”, so Fleischhacker weiter. Des Weiteren zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen auch Frauen* mit Behinderungen, die zwei- bis dreimal so häufig Gewalt erleben wie Frauen* im Bevölkerungsdurchschnitt. Dabei sind sie nicht nur häufiger physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt, sondern auch institutioneller und struktureller Gewalt ausgesetzt, beispielsweise in Form von Benachteiligungen im gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben.

Wichtig ist auch, darauf hinzuweisen, dass sexualisierte Gewalt ein Symptom von patriarchalen Hegemonien ist. In unserer Welt ist Sexismus jedoch nicht die einzige Form von struktureller Gewalt. Rassismus, Ableismus, Antisemitismus und Klassismus sind einige weitere Punkte einer nie vollständigen Liste an Diskriminierungsachsen, die zu Gewalt führen. Als gesamtgesellschaftliches Problem manifestiert sich sexualisierte Gewalt grundsätzlich in verschiedensten Lebensbereichen. Vorfälle wie jener des unlängst zwangs-karenzierten Professors an der WU Wien zeigen, stehen auch Hochschulen in der Pflicht, das Thema stärker zu thematisieren. An Hochschulen bedarf es vor allem besserer Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen. Diese sind vielerorts völlig unzureichend, wenig barrierefrei, schlimmstenfalls gar nicht vorhanden. Außerdem sollten bereits vorhandene Stellen in ihren Interventions- und Sanktionsbefugnissen gestärkt werden. “Die flächendeckende Einrichtung von Arbeitskreisen für Gleichbehandlung an jeder Hochschule als Anlaufstelle ist unbedingt notwendig, die auch mit mehr Entscheidungsgewalt, wie etwa der Suspendierung von Dozent_innen, erlangen soll”, fordert Fleischhacker abschließend.

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