Mitterlehner: Rot-Weiß-Rot-Karte wird attraktiver

Begutachtungsstart für Novelle erfolgt - Hürden für Akademiker werden gesenkt - Gut ausgebildete Fachkräfte im Land halten anstatt nur teuer auszubilden

Wien (OTS/BMWFW) - Auf Initiative von Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wird die Rot-Weiß-Rot-Karte insbesondere für Akademiker weiterentwickelt. „Wir wollen gut ausgebildete und stark nachgefragte Fachkräfte im Land halten anstatt nur teuer auszubilden. Daher machen wir die Rot-Weiß-Rot-Karte attraktiver und senken die Zulassungshürden“, sagt Mitterlehner. Nach langen Verhandlungen hat das zuständige Sozialministerium vor kurzem eine entsprechende Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes und des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes in die Begutachtung versandt.

Mit dieser Reform wird die Rot-Weiß-Rot-Karte auf Bachelor- und Doktoratsabsolventen ausgeweitet. Bisher waren nur Master und Diplomstudien umfasst. Das entspricht auch der Bologna-Struktur und einer Anerkennung der Bachelor-Abschlüsse als vollwertige Studienabschlüsse.

Weiters sollen Absolventen aus Drittstaaten künftig zwölf Monate Zeit haben, um nach ihrem Studienabschluss eine adäquate Beschäftigung zu finden. Die Praxis zeigt, dass die bisherige Suchdauer von sechs Monaten zu kurz angesetzt ist, zumal hier die Verfahrensdauer zur Beantragung eingerechnet wird. In Deutschland sind es 18 Monate.

Darüber hinaus wird das zulässige Beschäftigungsausmaß neben dem Studium für Bachelor und Master-Studierende aus Drittstaaten auf 20 Stunden angeglichen. Bisher waren für Bachelor-Studierende nur zehn Stunden Arbeit möglich, für Master-Studierende 20 Stunden Arbeit.

Zusätzlich wird das Punktesystem für Fachkräfte in Mangelberufen dahingehend geändert, dass Sprachkompetenz und Berufserfahrung im Gegensatz zum Kriterium des Alters aufgewertet werden. Damit haben auch ältere Fachkräfte mit qualifizierter Berufs- und Spracherfahrung eine Möglichkeit, die RWR-Karte zu erlangen.

„Die aktuelle Reform ist im Interesse des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts, weil Österreich mit anderen Ländern im Wettbewerb um die besten Köpfe steht. Zusätzlich müssen wir inländische Arbeitskräfte besser qualifizieren und die notwendigen Reformen am Arbeitsmarkt setzen, um den Fachkräftebedarf der Wirtschaft zu sichern“, bekräftigt Mitterlehner.

Zuletzt absolvierten rund 2.137 junge Menschen aus Drittstaaten ein Studium an österreichischen Hochschulen. (Absolventen Wintersemester 2015: 1.550 an Universitäten, 391 an Fachhochschulen und 196 an Privatuniversitäten). Von diesen Studienabsolventen haben im Vorjahr nur 197 eine RWR-Karte erhalten, also nicht einmal jeder zehnte. "Das verdeutlicht den Handlungsbedarf", bekräftigt Mitterlehner.

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