SWV – Pokorny: Scheinselbstständigkeit bekämpfen, Kleintransporteure fair bezahlen

Mehr Transparenz und Fairness bei Verträgen - Einkommen zum Auskommen ermöglichen

Wien (OTS) - Erhebliche Mängel ortet Katarina Pokorny, Vizepräsidentin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich (SWV) und SWV-Verkehrs- und Transportsprecherin bei Werkverträgen von namhaften Lieferdiensten, die ihre Dienstleistungen auf die Klein-LKW-Branche ausdehnen. An sich ist das nichts Ungewöhnliches, weil sich die Branche im globalen Wandel befindet, erklärt Pokorny. Handlungsbedarf sieht sie jedoch, wenn anständige Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Lebensalltag bestreiten wollen, in die Scheinselbstständigkeit gedrängt werden. ****

Denn „es gibt Verträge, die nicht nur diesen Anschein erwecken, sondern auch an Ausbeutung grenzen“, so Pokorny. „Dabei leben selbstständige Frächterinnen und Frächter ohnehin schon am Existenzminimum. Ihnen sollten man durch selbstständige Tätigkeit ein Einkommen zum Auskommen ermöglichen, statt ihre Situation zu verschärfen.“

Zum einen sieht sie jene Merkmale kritisch, die auf eine unselbständige Tätigkeit hindeuten. Zum Beispiel die persönliche Abhängigkeit durch die ständige Verfügbarkeit in der „Kernarbeitszeit“, auch das Verbot der eigenen Werbung und der Verpflichtung des Tragens der Uniform mit Firmen-Logo deutet auf eine starke Eingliederung in die betriebliche Struktur des Werkbestellers hin. „Von unternehmerischer Freiheit kann daher keine Rede sein“, stellt Pokorny fest.

Zum anderen ist die Höhe des Tarifs von Kunde zu Kunde sowie zeit-oder ortsabhängig unterschiedlich, daher für die Auftragnehmerin bzw. Auftragnehmer leider nicht planbar, kritisiert Porkorny. Besonders fragwürdig sei aber das Abrechnungssystem nach sogenannten „Voucher“, aus denen nicht ersichtlich sei, welcher Auftrag in welcher Höhe vergütet wurde und wie viel sich der Auftraggeber davon einbehält. Bei der Monatsabrechnung erhalten die Frächterinnen und Frächter lediglich eine Gesamt-Gutschrift.

Daher fordert Pokorny bessere, transparente Verträge mit ordentlichem Entgelt. „Das hilft nicht nur den Kleintransportunternehmen, sondern auch die Kunden sind deutlich zufriedener“, so Pokorny abschließend. (Schluss)

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