Greenpeace zu Kauf-Nix-Tag: Stopp dem Kaufrausch

Masse an Kleidung und schlechte Qualität schaden der Umwelt

Wien (OTS) - Über 100 Milliarden Kleidungsstücke werden jedes Jahr weltweit hergestellt, kurz getragen und weggeworfen. Die weltweite Textilproduktion hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert daher anlässlich des morgigen „Kauf-Nix-Tages“, der seit 1992 den Gegenpol zum Schnäppchentag „Black Friday“ bildet, seltener einzukaufen und dafür auf die Qualität der Kleidung zu achten. Damit schone man auf Dauer nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt.

„Die Trends von heute sind der Müll von morgen. Wir kaufen und entsorgen Kleidung in einem Tempo, das der Planet nicht aushält“, sagt Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. Im Schnitt kauft jede Österreicherin und jeder Österreicher jährlich mindestens 50 Kleidungsstücke. Gleichzeitig wird die Kleidung nur halb so lange getragen wie vor 15 Jahren. „Die einzige Lösung lautet: Weniger ist mehr. Wer langlebige und hochwertige Kleidung kauft, schont die Umwelt.“ Neben der Masse an Kleidung wird auch deren schlechte Qualität zum Problem. Polyester ist der Treibstoff für Fast Fashion:
60 Prozent der Kleidung besteht inzwischen aus der erdölbasierten Kunstfaser, deren Produktion dreimal mehr klimaschädliches Treibhausgas emittiert als Baumwolle. Mikrofasern aus Polyester verschmutzen Gewässer und sind vor allem wegen ihrer Auswirkungen auf Meereslebewesen brisant.

Ungetragene Röcke, Hosen und T-Shirts werden als Altkleider entsorgt. Doch die Märkte dafür sind bereits gesättigt und sogar die Länder des Südens verweigern sich dem Textilmüll: 42 Staaten aus Afrika, Süd-Amerika und Asien haben den Import von Altkleidern inzwischen beschränkt oder verboten. Billigmode mit hohem Kunstfaseranteil ist zudem kaum recyclingfähig, wird geschreddert und zu Putzlappen oder Isolierstoffen verarbeitet.

Mit der Kampagne „Detox“ überzeugt Greenpeace seit dem Jahr 2011 Modemarken, auf giftige Textilchemikalien zu verzichten. 78 Unternehmen, darunter die Fast-Fashion-Marktführer Zara und H&M, haben sich der Kampagne angeschlossen und wollen bis zum Jahr 2020 auf Schadstoffe in der Herstellung verzichten. Dennoch bringen die Marken jedes Jahr bis zu 24 Kollektionen in ihre Läden, anstatt langlebige und hochwertigere Kleidung zu produzieren, die reparierbar und vollständig kreislauffähig ist. Erfolge im Chemikalienmanagement dieser Unternehmen könnten durch die wachsende Produktion und den steigenden Konsum irrelevant werden. Daher fordert Greenpeace einmal mehr Qualität vor Quantität zu stellen und seltener einzukaufen.

Unsere Detox-Petition finden Sie unter: detox.greenpeace.at

Das Factsheet „Konsumkollaps durch Fast Fashion“ finden Sie unter:
http://bit.ly/2gpzIVS

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Reka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 857 45 98
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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