Gewalt gegen Frauen und Queers ist kein Kavaliersdelikt!

Aktion kritischer Schüler_innen, Sozialistische Jugend und Verband Sozialistischer Student_innen machen auf bestehendes Problem der Gewalt gegen Frauen und Queers aufmerksam

Wien (OTS) - Über 200 Frauen sind dieses Wochenende am Fem*Sem, dem feministischen Seminar der drei roten Jugendorganisationen in St. Gilgen. Heute, am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, hat dieser Ort eine besondere Bedeutung: Vor einigen Wochen wurden Vorwürfe gegen den BürgerInnenmeister von St. Gilgen laut, einer Kellnerin sexualisierte Gewalt angedroht zu haben. „Wir zeigen uns solidarisch mit der Betroffenen. Belästigungen und sexualisierte Gewalt sind keine Kavaliersdelikte!“, erklären die Frauen*sprecherinnen* der roten Jugendorganisationen.

Das Aufzeigen solcher Vorfälle ist für Marlis Zederbauer, Frauen*sprecherin der SJÖ, ein wichtiger Schritt: „Meistens kommt es gar nicht zu einer Anzeige, weil den Betroffenen kein Glauben geschenkt wird und Übergriffe immer wieder verharmlost werden. Mit der Gesetzesnovelle zur sexuellen Belästigung, für die wir uns eingesetzt haben und die seit diesem Jahr greift, sind die Handlungsmöglichkeiten für Betroffene gestiegen. Jetzt ist zum Beispiel auch der Griff ans Gesäß strafbar. Das war ein wichtiger Erfolg, doch der Weg ist noch weit: Das Bewusstsein, dass Übergriffe nicht geduldet werden, ist noch lange nicht überall angekommen.“

„Dabei ist Gewalt gegen Frauen und Queers bis heute ein alltägliches Problem. Jede fünfte Frau in Österreich wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt“, führt Berivan Osso, Frauen*sprecherin des VSStÖ weiter aus. „Gewalt passiert in vielen Formen. Besonders perfide wird es, wenn Täter sich auf ihrer höheren Position ausruhen können. Sei es als BürgerInnenmeister oder als Professor auf der Universität. Fälle, bei denen die Abhängigkeit von Betroffenen ausgenutzt wird, passieren ständig, werden aber nur selten thematisiert.“

Dass Gewalt gegen Frauen und Queers nicht auf Einzelfälle zurückzuführen ist, sondern als tiefliegendes Problem in der Gesellschaft betrachtet werden muss, bestätigt Laura Untner, Frauen*sprecherin* der aks: „Wir wissen, dass es sich bei Gewalt um ein komplexes Phänomen handelt. Es muss immer in Zusammenhang mit anderen Faktoren, wie der ökonomischen Abhängigkeit von Frauen aufgrund des Gender Pay Gaps oder den stereotypen Rollenbildern von „schwachen“ Frauen und „starken“ Männern, betrachtet werden. Die Sensibilisierung muss bereits in der Schule anfangen: Hier können Rollenbilder aufgebrochen, Talente unabhängig vom Geschlecht gefördert und ein respektvoller Umgang miteinander gelernt werden.“

Natürlich reicht es nicht, nur heute auf das Problem der Gewalt gegen Frauen und Queers aufmerksam zu machen: „Solange Gewalt gegen Frauen und Queers jeden Tag stattfindet, müssen wir auch jeden einzelnen Tag dagegen auftreten!“, so die drei Frauen*sprecherinnen* abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Sozialistische Jugend Österreich
Sara Costa
SJ-Verbandssekretärin
069919007735
office@sjoe.at
www.sjoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SJO0001