Spitalsärzte: Resolution zu Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens

Bundeskurie fordert Einbindung der Ärzte in Planungsprozesse und Weiterentwicklung des Gesundheitssystems

Wien (OTS) - Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) hat heute, Mittwoch, in einer außerordentlichen Kuriensitzung einstimmig folgende Resolution betreffend die künftige Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens beschlossen:

Die Zukunft der medizinischen Versorgung in Österreich ist ungewiss. Durch die geplante neue Organisation des Gesundheitswesens sind massive Verschlechterungen für den spitalsärztlichen Bereich, völlige Intransparenz und Willkür zu befürchten.

Bereits jetzt ist die Situation in den Spitälern sehr angespannt und geprägt von Überlastung, Arbeitsverdichtung, Bürokratie, berufsfremden Aufgaben.

Der Wunsch der Politik nach erneuten Änderungen des KA-AZG, das erst vor mehr als einem Jahr in Kraft getreten ist und dem ein mühsamer Verhandlungsmarathon vorangegangen war, ist ein Zeichen der Unverlässlichkeit der politisch Verantwortlichen.

Der freie Beruf der Ärztin/des Arztes wird durch organisatorische und ökonomische Vorgaben immer mehr eingeschränkt.

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer hat seit Jahren nachdrücklich auf Defizite und daraus resultierende Leistungseinschränkungen hingewiesen. Die verantwortliche Gesundheitspolitik auf Bundes- und Landesebene ist diesem für die künftige medizinische Versorgung so wichtigen Thema bislang ausgewichen und hat nun in einem völlig übereilten Vorgehen – ohne Diskussion und ohne Einbindung der Ärzteschaft – einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der in dieser Form strikt abzulehnen ist.

Unsere Forderungen:
- Gleichberechtigte Einbindung der Ärzteschaft bei der Gestaltung des Gesundheitssystems und in den Planungsprozess
- Weiterentwicklung des Gesundheitssystems und nicht Umstrukturierung unter Ausschluss der Expertise derjenigen, die im Gesundheitssystem tätig sind
- Beibehaltung der Transparenz und derzeitigen gesetzlichen Vorgaben - Keine weitere Verschärfung der Überlastung der Ambulanzen
- Keine Aufweichung der Schutzbestimmung für angestellte Ärzte
- Keine Einschränkung der freiberuflichen ärztlichen Niederlassung - Finanzierung der modernen flächendeckenden state of the art-Medizin

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