Zu schwache Tierschutzstandards für Österreichs Bettwaren

VIER PFOTEN-Recherche zeigt: Hersteller und Händler können Daunen von zwangsgestopften oder lebend gerupften Enten und Gänsen in ihrem Sortiment nicht gänzlich ausschließen

Wien (OTS) - Aktuelles Videomaterial von VIER PFOTEN aus Europa und China zeigt: Es ist immer noch gang und gäbe, mit brutalen Methoden Daunen zu gewinnen. Für die Produktion der als Delikatesse bekannten Foie gras (französisch für „Fettleber”) werden nach wie vor Gänse und Enten grausam gestopft. Der Großteil ihrer Daunen und Federn landet in der Bettwarenindustrie. Auf vielen Gänse-Mastbetrieben in Osteuropa und China ist außerdem der brutale Lebendrupf noch eine gängige Methode zur Federngewinnung. Die schlechte Nachricht für österreichische Konsumenten: Aufgrund der oftmals zu schwachen Kontrollsysteme der heimischen Bettwaren-Hersteller und –Händler können solche „Blutdaunen“ auch in heimischen Betten landen, wie VIER PFOTEN recherchierte.

„Die österreichischen Bettwaren-Hersteller und -Händler können Daunen von grausam gestopften und lebend gerupften Enten oder Gänsen in ihrem Sortiment nicht gänzlich ausschließen, da sie die Herkunft der Ware nicht umfassend überprüfen“, fasst Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN, das Ergebnis der Recherche zusammen. VIER PFOTEN hat die Unternehmensrichtlinien dieser Firmen genau unter die Lupe genommen und jedes Unternehmen um Stellungnahme gebeten. Betroffen sind konkret die österreichischen Firmen Kauffmann, Seibersdorfer und Rofima, aber auch deutsche Firmen wie Häussling, Paradies, Billerbeck, deren Waren hierzulande im Handel sind. Bettwaren-Produkte von diesen Firmen werden von namhaften Möbelhäusern wie Kika und Leiner, Betten Reiter, Möbelix, XXX Lutz, Mömax, Gans GmbH und Dänisches Bettenlager und damit flächendeckend im ganzen Land vertrieben.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Konsumenten“, sagt Martina Pluda. „Die Bettwarenhersteller müssten strengere Kontrollen von den Lieferanten ihrer Eigen- und Fremdmarken fordern, aber das tun sie nicht. Sie verlassen sich statt dessen häufig auf schwache Standards undLieferantenerklärungen. Schaut man aber dann genau dahinter, sind diese ungenügend oder es gibt auf den Enten- und Gänsebetrieben keine zureichenden Kontrollen.”
Die Recherchen von VIER PFOTEN zeigen außerdem, dass neben den österreichischen und deutschen auch englische und schweizer Bettwarenhersteller Daunen aus der Stopfmastproduktion oder Lebendrupf nicht gänzlich ausschließen können.

„Verbraucher haben ein Recht darauf zu erfahren, welches Produkt sie kaufen“, so Pluda. „In einer Daunen-Bettdecke stecken die Daunen von 40, in einem Polster die von 15 Gänsen. Wer es aus ethischen Gründen ablehnt, Leber aus Stopfmast zu verzehren, möchte mit ziemlicher Sicherheit auch keine Daunen von grausam zwangsgestopften oder gerupften Tieren in seinem Kopfpolster und seiner Bettdecke haben.”

Start der VIER PFOTEN Kampagne „40 Lives“: Gegen Tierleid in Bettwaren

VIER PFOTEN startet daher heute die Kampagne „40 Lives” gegen Tierleid in Bettwaren. Die Tierschutzorganisation stellt dabei, stellvertretend für alle in der Bettwarenindustrie leidenden Gänse und Enten, 40 Vögel, deren Daunen in einer Bettdecke verarbeitet wurden, ins Rampenlicht. Im Rahmen der Kampagne fordert VIER PFOTEN Bettwaren-Hersteller und Händler auf, ab sofort Verantwortung für die Tiere in ihren Lieferketten zu übernehmen und durch strenge Standards, die lückenlose Kontrollsysteme enthalten, Daunen aus Stopfmast und Lebendrupf in ihren Produkten garantiert auszuschließen.

Beispiele aus der Outdoor-Bekleidungsindustrie zeigen, dass dies durchaus machbar ist: Die Unternehmen The North Face und Patagonia hatten 2014 nach einer VIER PFOTEN Kampagne angekündigt, keine Daunen von Gänsen und Enten aus Stopfmast oder Lebendrupf mehr verarbeiten zu wollen. Beide Unternehmen entwickelten daraufhin eigene strenge Standards, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Daunen-Lieferkette gewährleisten und Stopfmast sowie Lebendrupf ausschließen (Responsible Down Standard-RDS und Traceable Down Standard-TDS). Diese Standards stehen der gesamten Industrie zur Verfügung und werden derzeit von einigen Outdoor-, Mode- und Sportmarken implementiert.

Dass es auch anders geht, zeigt die österreichische Bettwaren-Firma Hefel, die den Responsible Down Standard bereits anwendet.

Auf der Website (www.40lives.org) finden Sie Details zu den VIER PFOTEN Recherchen.

Sämtliches Infomaterial sowie Fotos und Footage können Sie hier kostenfrei downloaden:
https://ftp.vier-pfoten.org/?u=jCejzmAr&p=8ZE2BuYc

Inhalt:
Infografiken (deutsch und englisch)
Rough Cut Lebendrupf and Stopfmast (Full HD)
Fotos Lebendrupf und Stopfmast

Kurz-Clips zu unserer Kampagne können Sie außerdem hier sehen:
Romantik-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=ia3QBBqSwFw Thriller-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=WFruwwkbpRc Horror-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=7GC55yFaUuY

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Mag. Elisabeth Penz
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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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