Neues Volksblatt: "Neiddebatte" von Markus EBERT

Ausgabe vom 22. November 2016

Linz (OTS) - Man muss den Grünen direkt dankbar sein, dass sie auf die Reformdebatte um die Familienbeihilfe so reagieren, wie man es vom linken gesellschaftspolitischen Rand fast zwingend erwarten muss:
dass sie nämlich lauthals „Neiddebatte“ rufen. Es ist leider so:
Sobald im Sozialbereich eine Diskussion über grundlegende stukturelle Reformen aufflammt, versuchen gewisse politische Kreise solche Überlegungen mit Killerargumenten wie „Sozialraub“, „Sparen zu Lasten der Schwächsten“ oder eben auch „Neiddebatte“ im Keim zu ersticken. Doch langsam aber sicher funktionieren diese linken Reflexe nicht mehr. Tatsächlich setzt sich, siehe nun die Familienbeihilfe, selbst bei der SPÖ die Ansicht durch, dass nicht alles im Sozialbereich ganz gerecht ist. Ja, 150 Euro Familienbeihilfe sind gut für eine Neiddebatte — aber dort, wo die Kinder leben und vielleicht die Familien der Mitschüler mit kaum mehr Geld auskommen müssen. Österreich leistet es sich, an die 50 Prozent des Bundesbudgets für Soziales auszugeben. Dass man da über die Sinnhaftigkeit diverser Leistungen zumindest nachdenken muss, versteht sich wohl von selbst. Und daher ist es das, wofür man den Grünen dankbar sein muss: Dass nämlich erst ihre aufgeregte Empörung die Debatte in die richtigen Bahnen lenkt. Und richtig ist eine solche Debatte, wenn sie nicht von vornherein mit Denk-Tabus behaftet ist.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001