Grüne zu Internationalem Tag gegen Gewalt an Frauen: Offener Brief an die Iranische Botschaft

Korun/Aslan/Dziedzic: Zahllose politische Gefangene inhaftiert, internationale Gemeinschaft muss handeln

Wien (OTS) - "Der Iran wird zum Gefängnis für Feministinnen und Menschenrechtsaktivistinnen. Die internationale Gemeinschaft muss hier endlich handeln und darf die mutigen Frauen, die für Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte kämpfen, nicht im Stich lassen", fordert Berivan Aslan, Frauensprecherin der Grünen. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, starten die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“. Zwischen 25.11. und 10.12. weisen die Grünen Frauen im Rahmen einer Social Media Kampange täglich auf das Schicksal von 16 Frauen hin, die im Iran inhaftiert sind.

"Menschenrechtsaktivistinnen im Iran beweisen besonderen Mut: Sie setzen sich, entgegen aller unmittelbarer Gefahren für Leib und Leben, sowie zahlreicher Diskriminierungen als Frauen, für die gleichen Rechte aller Menschen und Bevölkerungsgruppen ein. Sie verdienen unsere Solidarität und unseren Einsatz. Damit im Iran MenschenrechtsaktivistInnen und Frauen nicht länger weggesperrt, misshandelt und verfolgt werden und ihre Menschenwürde und Freiheit endlich geachtet wird", betont Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen, das Anliegen des Protestbriefs, der heute, Montag, vor der Iranischen Botschaft verlesen wurde, da eine Entgegennahme Seitens der Botschaft den Abgeordneten verweigert.

Die Grüne Bundesrätin weist speziell auf die Verfolgung von Minderheiten hin: "Es ist unfassbar, dass im Jahr 2016 Lesben, Schwule und Trans* Personen verfolgt und geächtet und mit 100 Peitschenhieben, Steinigung oder der Todesstrafe bedroht werden. Wir fordern einen sofortigen Stopp der regelrechten Hetzjagden der iranischen Behörden auf Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität", sagt Ewa Dziedzic, Grüne LGBTI-Sprecherin und Bundesrätin.

Offener Brief:

Im Iran sind zurzeit zahllose politische Gefangene in Gefängnissen. Darunter auch viele Feministinnen, die für Menschen- und Frauenrechte gekämpft haben. Narges Mohammadi war die letzten 15 Jahre immer wieder im Gefängnis, weil sie gegen die Todesstrafe und für Frauenrechte aktiv war, oder Zeinab Jalalian, eine Kurdin, die ursprünglich zum Tode verurteilt wurde. Durch internationale Aufmerksamkeit wurde ihre Strafe allerdings zu lebenslänglicher Haft 'vermindert'. Nach einem Bericht der United Nations Working Group on Arbitrary Detention (WGAD) wurde Zeinabs Recht auf Gesundheit und einen legalen und fairen Prozess in den letzten 9 Jahren im Gefängnis ständig missachtet, wodurch ihr Sehvermögen stark gefährdet ist. Zeinab und Narges sind nur zwei Beispiele der Menschenrechtsverletzungen im Iran. Daher fordern wir die Freilassung von Narges Mohammadi und Zeinab Jalalian, die aufgrund ihrer Meinungsäußerung das Recht auf Freiheit verloren haben, sowie rechtlichen Beistand, fairen Prozess, bessere Gesundheits- und Hygienebedingungen im Gefängnis unter Einhaltung der Menschenrechte und internationaler Standards.
Mit freundlichen Grüßen

Mag.a Alev Korun, Sprecherin für Menschenrechte, Migration und Integration
Mag.a iur. Berivan Aslan, Frauen- und KonsumentInnenschutzsprecherin der Grünen
Dr.in Ewa Dziedzic, Bundesrätin, Sprecherin für LGBTI Angelegenheiten

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