FPÖ-Belakowitsch-Jenewein zu Rabmer-Koller: Eine Arztpraxis ist kein Bauunternehmen

'Leistungskomponenten'-Vorschlag rieche nach einem Ablenkungsmanöver von den tatsächlichen Problemen im Gesundheitswesen und den Versäumnissen des Hauptverbandes

Wien (OTS) - „Der Vorschlag von Hauptverbandschefin Ulrike Rabmer-Koller, für Ärzte eine ‚Leistungskomponente‘ einzuführen, das heißt, man solle einem Arzt, der zum Beispiel bei 20 Prozent seiner Diabetespatienten den Zuckerwert reduzieren könne, einen Bonus geben, ist nicht durchdacht und praxisfern. Der Genesungsfaktor hängt ja nicht vom Arzt alleine ab, sondern zum Beispiel auch ganz wesentlich von den Lebensumständen des jeweiligen Patienten. Die Möglichkeiten der Patienten an ihrer Genesung mitzuwirken und ihre Gesundheitskompetenzen sind unterschiedlichst. Das wird hier völlig außer Acht gelassen. Von einer Hauptverbandschefin hätte ich mir mehr erwartet als einen PR-Gag“, so heute die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses und FPÖ-Gesundheitssprecherin Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein. Dieser Vorschlag rieche sehr nach einem Ablenkungsmanöver von den tatsächlichen Problemen des Gesundheitswesens, der Patienten und der Ärzteschaft sowie den Versäumnissen des Hauptverbandes.

Ziel einer ehrlichen und sachorientierten Gesundheitspolitik müsse es ja wohl sein, allen Patienten - unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten und unabhängig vom Wohnort - einen entsprechenden Zugang zu Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Dazu müsse man den niedergelassenen Bereich stärken – durch eine Entbürokratisierung, eine entsprechende Anzahl an Kassenstellen, eine entsprechende Dotierung der Kassenverträge, die entsprechende Förderung von Lehrpraxen, die Möglichkeit, dass Ärzte Ärzte anstellen können usw. „Derzeit passiert aber genau das Gegenteil: Die Ärzte werden mit bürokratischen Hürden zugeschüttet, die Tätigkeit als Kassenarzt wird so unattraktiv wie möglich gemacht und ein ganzer Berufsstand einfach so unter Generalverdacht gestellt – siehe ‚Mystery Shopping‘. Und zum Drüberstreuen will Rabmer-Koller den Ärzten nun zu hundert Prozent die Verantwortung für etwas umhängen, das sich teilweise ihrem Verantwortungsbereich entzieht. Wir können auch davon ausgehen, dass dort, wo angeblich ein Bonus winkt, der Malus nicht weit ist“, warnte Belakowitsch-Jenewein.

„Eine Arztpraxis ist kein Bauunternehmen. Die Parameter, nach denen sich der Erfolg eines Unternehmens definiert, kann man nicht einfach eins zu eins auf die Genesungsfortschritte eines Patienten umlegen. Ihre kaufmännischen Erfahrungen aus der Rabmer-Gruppe könnte Ulrike Rabmer-Koller aber bei der Entbürokratisierung, der Entprivilegisierung und der Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger einbringen, das wäre ein lohnendes Terrain“, sagte Belakowitsch-Jenewein.

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