Familienministerin Karmasin: „Kinderhandel stoppen!“

Familienministerium stellt anlässlich des Tages der Kinderrechte (am 20. November) neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderhandel vor

Wien (OTS) - „Am Sonntag jährt sich die Verabschiedung der UNO-Kinderrechtekonvention zum 27.Mal. Deswegen begehen wir an diesem Tag auch den Internationalen Tag der Kinderrechte. Ich möchte den diesjährigen Tag der Kinderrechte nutzen um auf ein Thema aufmerksam zu machen, bei dem wir noch viel mehr hinschauen müssen: den Kinderhandel – also die Ausbeutung und Verschleppung von jungen Menschen. Weltweit gibt es laut Schätzungen der UNICEF jährlich 1,2 Millionen Opfer von Kinderhandel. Dieses Thema liegt meist im Verborgenen. Wir werden nun neue Maßnahmen setzen um auf das Thema aufmerksam zu machen und für die Problematik zu sensibilisieren“, so Familienministerin Karmasin. Die Zahlen seien dramatisch: zwischen 2013 und 2014 wurden in der EU 15.846 Opfer von Menschenhandel erfasst, davon 2.375 Kinder. 75% der Opfer seien Frauen, 67% der Menschenhandelsopfer werden sexuell ausgebeutet.

Österreich sehe sich seit jeher als Vorkämpfer für die Verbreitung von Kinderrechten in der Welt. Deswegen sei Österreich auch dieses Jahr Gastgeber für eine internationale Konferenz zum Thema Kinderrechte – mit Königin Silvia von Schweden und über 30 Ministern und Staatssekretären aus aller Welt - gewesen. Erst 48 Staaten hätten die Kinderrechtskonvention in nationales Recht aufgenommen. Es gäbe also immer noch rund 150 Staaten auf der Welt in denen Gewalt gegen Kinder straflos sei. Würden die Kinderrechte in allen Staaten der Welt konsequent eingehalten, gäbe es auch das Problem des Kinderhandels nicht!

Das Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ) hat mit BMEIA und BM.I eine „Task Force zur Bekämpfung des Kinderhandels“ etabliert, die nun einen umfangreichen Handlungsleitfaden zur Identifizierung von und zum Umgang mit potentiellen Opfern von Kinderhandel erstellt hat. Mit den darin enthaltenen praxisbezogenen Anleitungen für eine bestmögliche Vorgangsweise in typischen Situationen soll gewährleistet werden, dass alle Beteiligten, die mit der Identifizierung, Betreuung bzw. sonstigen Begleitung von Opfern von Kinderhandel zu tun haben – etwa Polizei, Jugendhilfe oder NGOs -mehr Sicherheit im Umgang mit potenziellen Opfern von Kinderhandel gewinnen.

„Wir wollen den betroffenen Behörden und NGOs bessere Instrumente in die Hand geben um potentielle Opfer von Menschenhandel zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu setzen. Aber jede und jeder von uns kann dazu beitragen Menschenhandel zu bekämpfen. Ein offenes Auge und eine rasche Information der Behörden ist notwendig, wenn man Kinderhandel vermutet. Einige Branchen – wie Hausarbeit und Prostitution – sind besonders anfällig für Menschenhandel“, so Karmasin, die deswegen heute auch eine Broschüre „Kinderhandel in Österreich“ präsentierte die nun in den Familienberatungsstellen und bei Behörden aufliegen wird.

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