Raiffeisenverband kritisiert Basler Ausschuss

Front gegen höhere Eigenkapitalregeln wird immer stärker - ÖRV-Pangl befürchtet Nachteile für Wirtschaftsstandort Österreich Front gegen höhere Eigenkapitalregeln wird immer stärker - ÖRV-Pangl befürchtet Nachteile für Wirtschaftsstandort Österreich

Wien (OTS) - Europa legt sich gegen die Pläne des Basler Ausschusses zur Erhöhung der Anforderungen für die Kreditvergabe quer. Auch Andreas Pangl, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV), spricht sich vehement gegen die geplante Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Banken aus: „Die Vorschläge des Basler Ausschusses hätten nicht nur negative Auswirkungen auf europäische Banken. Sie sind eine Gefährdung für die Finanzierung der österreichischen Wirtschaft. Industrieunternehmen und Immobilienunternehmen wären am stärksten betroffen“, betont Pangl am Freitag in einer Presseaussendung.

Nachdem österreichische und europäische Banken- und Industrievertreter bereits seit Monaten auf die negativen Auswirkungen der Pläne des Basler Ausschusses hingewiesen hatten, haben sich nun auch sämtliche EU-Finanzminister sowie der zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis gegen die Pläne des Gremiums der internationalen Aufseher ausgesprochen. Sie befürchten Nachteile für die Finanzierung der Wirtschaft in Europa.
Auch wesentliche Player der Europäischen Aufsichtsbehörden haben bereits Kritik an den geplanten exzessiven Steigerungen bei den Kapitalanforderungen für Europäische Banken geübt.

Höhere Eigenkapitalerfordernisse bei Immobilienkrediten könnten dazu führen, dass die Kreditvergabe in diesem Bereich reduziert werden muss. Ebenso gefährden massive Kapitalerhöhungen für Bankbeteiligungen an Industrieunternehmen Arbeitsplätze und Firmensitze in Österreich, erläutert der ÖRV-Generalsekretär. „Weltweit wollen alle Regierungen das Wirtschaftswachstum beleben, um Wohlstand sicherzustellen. Diese Pläne des Basler Ausschusses konterkarieren alle Bemühungen der Regierungen in diese Richtung. Es ist nicht Aufgabe von Aufsehern, Wirtschaftspolitik zu betreiben. Daher appellieren wir an die österreichische und europäische Politik korrigierend einzugreifen“, betont Pangl.

Erfreulich ist laut Pangl, dass Bundesminister Schelling bereits bei der FMA-Konferenz im Oktober angekündigt hat, dass er sich für Anpassungen der Vorschläge zu den Industriebeteiligungen bei der Umsetzung in Europa einsetzen werde.

Seit Wochen streiten die Aufseher dies- und jenseits des Atlantiks über den Abschluss des Regelpakets Basel IV. Das Vorhaben soll offiziell Schwächen des bereits geltenden Rahmenwerks Basel III beseitigen und dieses risikosensitiver machen. Dabei haben sich die höchsten Vertreter der Aufsichtsbehörden das Ziel gesetzt, die Eigenkapitalanforderungen durch die Überarbeitung „nicht signifikant zu erhöhen“. Zahlreiche Berechnungen der Basler Vorschläge belegen jedoch, dass entgegen diesem Versprechen der Aufsichtsbehörden nach den derzeitigen Plänen die Eigenkapitaldecke gerade für europäische Banken massiv erhöht werden würde.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Rückfragehinweis:
Mag. Edith Unger
Österreichischer Raiffeisenverband
Tel.: 01-90664-2580

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | RAV0001