Immobilien – Lebensräume einer Stadt

Ob gewerbliche oder private Nutzung: Immobilien sind Zeitzeugen der Vergangenheit und Vorboten der Zukunft.

Wien (OTS) - In Wien fand vorgestern das Talk Gate zum Thema „Immobilien in Wien – Quo Vadis?“ im Tech Gate Vienna statt. Es ging um die Frage, welche Funktionen Immobilien einnehmen können und ob das Leben und Arbeiten in der Stadt bald noch leistbar sein wird. Nach einer Key Note des Wiener Wohnbaustadtrats Dr. Michael Ludwig, diskutierten prominente Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Regierungsorganisationen unter der Moderation von ORF Wien Chefredakteur Dr. Paul Tesarek.

Lebensqualität in Wien nicht selbstverständlich!

„Die hohe Lebens- und Wohnqualität in Wien beruht maßgeblich auf dem ausdifferenzierten Wohnungsangebot mit einer sehr breiten und vielfältigen Palette an geförderten Wohnungen. Ergänzt durch frei finanzierte Wohnungen können damit die Wohnwünsche aller Einkommensschichten abgedeckt werden. Darüber hinaus trägt die Politik einer ausgewogenen sozialen Durchmischung seit vielen Jahrzehnten entscheidend zum friedlichen Zusammenleben in der Stadt bei“, so Stadtrat Dr. Michael Ludwig.

Dr. Eugen Otto, Geschäftsführer Otto Immobilien gab zu bedenken, dass es in Wien zwar knapp 220.000 Gemeindewohnungen und rund 200.000 geförderte Miet- und Genossenschaftswohnungen gibt, aber: „Dies wird angesichts des deutlichen Bevölkerungszuwachses in Wien in den nächsten Jahren keinesfalls ausreichen. Die kommunalen Initiativen der Stadt Wien zum Bau von Gemeindewohnungen, gefördertem Wohnraum oder Genossenschaftswohnungen müssen daher in Bedeutung und an Volumen weiter gestärkt und deutlich ausgebaut werden. Es ist meines Erachtens eine klare kommunale Pflicht, Wohnraum für jene Menschen mit Wiener Hauptwohnsitz- oder Erwerbssitz zu gewährleisten, die sich auf dem freien Markt zu Marktpreisen nicht selbst versorgen können. Alles darüber hinausgehende sollte auch der Markt durch das freie Spiel von Angebot und Nachfrage selbst regeln. Hier muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen und bisher hinderliche gesetzliche Regelungen für den freien Wohnungsmarkt lockern.“, so Otto.

Der Herausforderung des raschen Bevölkerungswachstums in Wien sei man laut Stadtrat Dr. Ludwig gewachsen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage soll weiterhin bestmöglich gewährleistet werden und dafür sei eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Marktteilnehmerinnen und -teilnehmer erforderlich. Die Wohnbauoffensiven der Stadt Wien und des Bundes, aber auch neue Regelungen, u.a. in der Wiener Bauordnung und den Förderrichtlinien, zielen darauf ab, den steigenden Anforderungen in Zeiten knapper werdender Ressourcen erfolgreich begegnen zu können. „Nicht zuletzt werden im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA_Wien Innovationen erarbeitet und umgesetzt, die den Weg Wiens in eine besonders lebenswerte Stadt der Zukunft ebnen.“, so Ludwig.

Dr. Claus Hofer, Geschäftsführer TINA Vienna, Smart City Wien Agentur sagte dazu: „Als Smart City muss Wien auf hohes Bevölkerungswachstum reagieren können und auch neuen Bewohnerinnen und Bewohnern die bestmöglichen Lebensbedingungen bieten. Das ist nur durch eine flächendeckende Bereitstellung funktionaler, nachhaltiger und leistbarer Immobilien für den Wohnbau möglich, die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen und damit den Bedürfnissen der Wienerinnen und Wiener gerecht werden. Leistbarkeit und eine hohe Lebensqualität dürfen im Wohnbau kein Widerspruch sein.“

Immobilien sind eine nachhaltige Investition!

Ing. Theodor Klais, Mitglied des Vorstandes der Strabag AG betonte:
„Wer eine nachhaltige Investition sucht, ist in den vergangenen Jahren am heimischen Immobilienmarkt nicht vorbeigekommen. Insbesondere im Bereich der Wohnimmobilien war er sehr robust. Das sollte auch noch einige Jahre so bleiben – unter der Voraussetzung, dass beispielsweise Wien, als prosperierende, sicherste und beliebteste Weltstadt, ausreichend Flächen zur Verfügung stellt. Dasselbe gilt für die Ansiedelung von Produktionsunternehmen. Denn es braucht Arbeitsplätze im Umfeld der neugebauten Wohnungen, die der öffentliche Nahverkehr miteinander verbindet."

Bürokratie und Regelwildwuchs schadet dem Wohnungsbau!

Dass oftmals schneller und günstiger gebaut werden könnte, betonte Prof. DI Heinz Neumann: „Um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, sollten schnellere Widmungs- und Bewilligungsverfahren eingeführt werden. Die OIB-Richtlinien (Österreichisches Institut für Bautechnik) und die Bauordnung sollten kongruenziert werden. Die Bauordnung gehört entrümpelt. Auch eine österreichweit einheitliche Bauordnung würde helfen - nicht nur im Hinblick auf Umsetzungszeiten, sondern auch zur Reduzierung der Bürokratie und damit einhergehenden Kosten, die sich wiederrum auf Mieten und Kaufpreise auswirken! Wettbewerbe sollen bezahlt werden und das kooperative Verfahren in Form einer Klausur mit allen Beteiligten auf zwei Tage beschränkt werden“.

Nach der Diskussion nutzten die rund 150 Gäste aus Politik, Medien und Wirtschaft das anschließende Networking, um vertiefende Gedanken zum Thema auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

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