NÖ Landtag: Gleichstellung von Mann und Frau für Grüne „noch weit entfernt“

Enzinger: Österreich rutscht in Sachen Gleichstellung dramatisch ab

St. Pölten (OTS) - Der „Global Gender Gap Report" des Weltwirtschaftsforums misst jährlich die Fortschritte der Länder in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen. „Mehr schlecht als recht schneidet dabei Österreich ab: Im internationalen Ranking stehen wir heuer nur auf Rang 52“, so begann Amrita Enzinger, Frauensprecherin der Grünen im NÖ Landtag, ihre heutige Rede im NÖ Landtag zum Thema „Gleichstellung- Wahrheit oder Mythos“.

Für die Grüne ist die Gleichstellung von Man und Frau demnach mehr Mythos als Wahrheit. „Leider. Dabei waren wir in den 90ern schon unter den Top 30 im Ländervergleich. 2015/2016 waren wir noch auf Platz 37. Jetzt sind wir fürchterlich abgestürzt“, fasst Enzinger zusammen. Für die grüne Frauensprecherin ist die schlechte Integration von Frauen am Arbeitsmarkt schuld daran: „Frauen haben am Arbeitsmarkt immer noch schlechte Karten. Sie arbeiten vermehrt in schlecht bezahlten Branchen, in Führungspositionen findet man sie selten. Satte 22,4 Prozent verdienen Frauen in Österreich weniger als Männer – und das kann nicht allein damit erklärt werden, dass Frauen eher Teilzeitjobs annehmen (müssen)“, so Enzinger.

Mit der Einkommensschere dreht sich die Spirale für Frauen weiter nach unten: „Niedrige Einkommen haben schwerwiegende Folgen für soziale Absicherung und Pensionen. Frauen werden künftig noch stärker von Altersarmut betroffen sein, wenn die Politik nicht endlich umdenkt“, fürchtet Enzinger.

Für Frauen tut die Politik im Allgemeinen, die ÖVP in Niederösterreich im Besonderen zu wenig, ist sich die Grüne sicher:
„Es braucht eine g‘scheite Infrastruktur in allen Regionen in Niederösterreich – dazu gehört ein flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuung, das die Vereinbarkeit von Job und Familie erleichtert. Aber auch leistbare öffentliche Verkehrsanbindungen. In Landesunternehmen selbst sucht man Frauen in Führungspositionen wie Nadeln im Heuhaufen. Das ist für Niederösterreich ein weiteres Armutszeugnis“, weiß Enzinger.

Seltsam findet die Grüne dieser Tage, dass sich gerade die FPÖ auf die Seite der Frauen schlagen möchte. „Dieses Pseudo-Sorgen um uns Frauen halte ich nur noch schwer aus. Es war die FPÖ, die sich gegen das Verbot, Frauen zu begrapschen, wehrten. Der Paragraph, der es Frauen ermöglicht, sich gegen sexuelle Belästigung zu wehren, wurde von Frauen hart erkämpft. Die FPÖ hat diese Frauen damals belächelt – auf sie herab gesehen. Ich habe die letzten Jahrzehnte die Unterstützung der FPÖ vermisst, wenn es darum ging Hilfe und Aufklärung zu entwickeln, die Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, zu schützen. Fehlanzeige seitens der FPÖ. Mehr noch:
die FPÖ findet, dass Frauenhäuser Ehen zerstört. Die FPÖ ist daher kein guter Partner in Sachen Frauenpolitik, wenn man Fortschritt, Gleichstellung und Schutz vor Gewalt forcieren möchte“, so Amrita Enzinger abschließend.

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