GLOBAL 2000 kritisiert österreichische Klimapolitik und fordert Nägel mit Köpfen

Umweltminister Andrä Rupprechter muss Klimabilanz Österreichs verbessern und mehr Unterstützung für Entwicklungsländer leisten.

Wien/Marrakesch (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert mehr Einsatz von Österreich beim Kampf gegen die globale Erwärmung. Erst gestern wurde ein internationales Klimaschutzranking präsentiert, indem Österreich innerhalb der EU den vorletzten Platz belegte. Weil seit 1990 praktisch keine Reduktion der Treibhausgase stattgefunden hat, kassierte Österreich gestern Abend dann auch noch den Negativpreis “Fossil of the day”. Umweltminister Andrä Rupprechter hatte zuletzt angekündigt, dass er ein Paket mit 100 Mio. Euro für den Klimaschutz in Österreich schnüren will, das aus Rücklagen finanziert werden soll. Ein Sofortpaket hatte GLOBAL 2000 wegen der schlechten Klimabilanz schon mehrfach gefordert.

“Es ist gut, dass Umweltminister Andrä Rupprechter endlich einen ersten Schritt für mehr Klimaschutz in Österreich ankündigt, es ist aber letztendlich ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn nicht mehr Taten folgen. Wir brauchen jetzt Nägel mit Köpfen, also eine echte Sanierungsoffensive, wir müssen raus aus der Warteschlange beim Ökostromausbau und hin zum flächendeckenden Umstieg von Ölheizungen auf umweltverträgliche Heizungsformen, wir benötigen außerdem eine öko-soziale Steuerreform, die diesen Namen auch verdient”, betont Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Österreich hat seit 1990 praktisch keine Reduktion der Treibhausgasemissionen erreicht und das, obwohl wir im Bereich der Elektrizitätserzeugung im weltweiten Vergleich eine sehr gute Ausgangsposition haben. Mangelnde Fortschritte im Verkehr, der Industrie und die zu geringe Sanierungsrate im Gebäudebereich verschlechtern die heimische Klimabilanz weiterhin.

Echte Hilfe statt Almosen: Zu wenig Unterstützung für Entwicklungsländer aus Österreich

Auch bei der Unterstützung von Entwicklungsländern lässt Österreichs Einsatz zu wünschen übrig. Für den “Green Climate Fund” wurde der einmalige Betrag von 34 Mio. US-$ zugesagt, ganze vier US-$ pro Kopf. Das ist auch im internationalen Vergleich ein geringer Betrag. Daneben wird im nationalen Klimafinanzierungsbericht berechnet, wieviel Österreich an sonstigen Aktivitäten setzt, die dem Thema zugeordnet werden können.

Der aktuelle Bericht listet für das Jahr 2015 Ausgaben von 117,5 Mio. Euro auf. Der Großteil davon, nämlich 83,3 Mio. Euro, sind der Österreichischen Entwicklungsbank (OeB) zuzuordnen, die Kredite in Entwicklungsländern, zum Beispiel für Wasserkraftwerke, vergibt. Diese Kredite sind verzinst und rechnen sich für den Staat Österreich auch. Direkte Unterstützung bei der Anpassung an bereits eintretende Klimafolgen leistet Österreich hingegen kaum.

Nur 5,7 Prozent der österreichischen Klimafinanzierung werden Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern, wie Hochwasserschutz oder verbessertem Wassermanagement, zugeordnet. Gerade Entwicklungsländer, die am wenigsten zum Problem beigetragen haben, leiden bereits heute unter zunehmenden Dürren, Überschwemmungen und Extremwetter-Ereignissen und können sich nicht aus eigener Kraft dagegen schützen.

“Umweltminister Andrä Rupprechter hat letztes Jahr eine halbe Milliarde Euro an Klimafinanzierung bis 2020 versprochen. Das muss mehr bedeuten, als einträgliche Kredite zu vergeben. Statt Almosen, braucht es echte Hilfe für die Ärmsten der Armen. Ein Beitrag von 150 Mio. Euro jährlich aus öffentlichen Mitteln ist dafür notwendig, der zusätzlich zu bestehenden Entwicklungshilfe bereitgestellt werden muss”, fordert Wahlmüller abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Vor Ort in Marrakesch: Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at, via skype unter wahli82

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