VIER PFOTEN bringt albanische Bärinnen Luna und Jeta in Sicherheit

Zwei der traurigsten Bären Europas gerettet

Wien (OTS) - Für Vergnügungspark-Bärin Luna und Selfie-Bärin Jeta, zwei der traurigsten Bären Europas, die in Albanien jahrelang in qualvoller Gefangenschaft leben mussten, ist die Zeit des Leidens endlich vorbei. Ein Team von VIER PFOTEN konnte vergangenen Dienstag und Mittwoch in Kooperation mit dem albanischen Umweltministerium und den lokalen Behörden die beiden Bärinnen retten und sie in den Zoo von Tirana bringen. Hier werden Luna und Jeta über den Winter untergebracht, gut ernährt und medizinisch versorgt.

Im kommenden Frühjahr werden beide dann ihr endgültiges Zuhause in dem von VIER PFOTEN geführten BÄRENWALD Prishtina im Kosovo beziehen. „Wir danken dem albanischen Umweltministerium und den Behörden vor Ort für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Rettung von Luna und Jeta”, sagt VIER PFOTEN Wildtierexperte Thomas Pietsch. „Die beiden sind gut im Zoo Tirana angekommen und in Sicherheit. In den kommenden Monaten werden Zootierpfleger in Absprache mit VIER PFOTEN die Bären versorgen und aufpäppeln.“

Vergnügungspark-Bärin Luna:

Luna lebte in einem winzigen, schmutzigen Käfig im Vergnügungspark Aulona in Vlore im Süden Albaniens. Ständig war die etwa drei bis vier Jahre alte Bärin schutzlos der Witterung und ohrenbetäubendem Lärm durch Musik, Besucher und laute Fahrgeschäfte ausgeliefert. Vergangenen Dienstag konnte das VIER PFOTEN-Team in Anwesenheit von Polizei und dem örtlichen Veterinärinspektor die Bärin betäuben, untersuchen, mit einem Mikrochip versehen und sie dann in einer Tierambulanz in den Zoo von Tirana bringen. Einige Zeit zuvor war das Tier von den albanischen Behörden bereits formal beschlagnahmt worden. Dennoch war beim Besitzer vor Ort viel Überzeugungsarbeit nötig, um Luna schließlich übernehmen zu können.

Selfie-Bärin Jeta:

Jeta wurde jahrelang von ihrem Besitzer im Sommer bei sengender Hitze an einer Kette, die an einem Ring durch ihre Nase befestigt war, über albanische Strände, durch Städte und touristische Sehenswürdigkeiten geführt und Leuten für kleine Geldbeträge als Motiv für ein Selfie-Foto angeboten. Jeder Zug an der Kette bedeutete für die etwa 15 Jahre alte Bärin schlimme Schmerzen. Wenn sie nicht gerade arbeiten musste, fristete sie ihr trauriges Dasein auf bloßem Beton, angekettet in einem finsteren Verschlag neben dem Haus ihres Besitzers in Korca. Am vergangenen Mittwoch konnte auch sie mit tatkräftiger Hilfe der albanischen Behörden von VIER PFOTEN befreit werden. Das Tierärzteteam von VIER PFOTEN betäubte die Bärin, versah sie mit einem Mikrochip, entfernte den Metallring aus ihrer Nase und untersuchte sie. Es stellte sich heraus, dass die nahezu zahnlose Bärin mehrere blutende Löcher in ihrer Nase hat, unterernährt ist und an einer Augenkrankheit leidet. Trotz ihres geschwächten Zustands konnte Jeta die Reise zum Zoo in Tirana antreten.

Im Frühjahr 2017, sobald der Bau neuer Gehege im BÄRENWALD Prishtina im Kosovo
(http://www.vier-pfoten.at/projekte/baeren/baerenwald-prishtina/)
abgeschlossen ist, wird VIER PFOTEN Luna und Jeta dorthin bringen. Im BÄRENWALD werden sie zusammen mit 16 kosovarischen ehemals leidenden Restaurant-Bären und den drei in diesem Jahr von VIER PFOTEN aus Albanien geretteten Bären Tomi, Pashuk und Gjina in großen, naturnahen Freigehegen professionell betreut und bis zu ihrem Lebensende ein glückliches Bärenleben führen.

„Wir sind sehr froh darüber, dass Luna und Jeta nicht mehr leiden müssen. Doch wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Denn in Albanien vegetieren immer noch geschätzte 40 bis 50 Bären unter entsetzlichen Haltungsbedingungen“, betont Thomas Pietsch. „Daher hoffen wir, dass das albanische Umweltministerium den im September angekündigten Bau einer Bären-Auffangstation im Mount Nationalpark Mali Dajti in der Nähe von Tirana möglichst schnell umsetzen kann. VIER PFOTEN berät das Ministerium gern bei der Planung und Umsetzung des Bauvorhabens.“

Um eine nachhaltige Lösung für alle Bären in Albanien zu schaffen, ist neben einer Auffangstation außerdem auch eine konsequente Umsetzung geltender Gesetze und ein Verbot der Privathaltung von Bären nötig. VIER PFOTEN hatte daher im August eine Online-Petition (www.savethesaddestbears.com) gestartet, die bereits von knapp einer Viertelmillion Menschen weltweit unterschrieben wurde. Die Petition soll den albanischen Umweltminister Lefter Koka darin bestärken, den Schutz von wildlebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Bären zu verbessern.

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