Salzer: „Wir brauchen eine Exzellenzstrategie“

Bei der alljährlichen Vollversammlung der IV NÖ erarbeiteten die Vereinsmitglieder Handlungsfelder für den Industriestandort.

Wien (OTS) - „Wir befinden uns einer mitten in einem dynamischen Strukturwandel – umso wichtiger ist es daher, die industriepolitischen Rahmenbedingungen mitzugestalten“, resümiert IV NÖ-Präsident Thomas Salzer über sein erstes Jahr an der Spitze der Industriellenvereinigung Niederösterreich im Rahmen der Ordentlichen Vollversammlung 2016 bei der Umdasch AG in Amstetten.

Vor dem öffentlichen Teil der Veranstaltung fand eine vereinsinterne Klausur statt, bei der, basierend auf den Ergebnissen einer Wettbewerbsfähigkeits-Studie des Economica-Instituts, die Handlungsfelder für den Industriestandort neu identifiziert wurden:
Die Schwerpunkte umfassten Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie die Förderung von schnell wachsenden Unternehmen, die besondere Impulse für Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationen setzen.

Salzer: „Wettbewerb wird nicht mit Mittelmaß funktionieren“

„Seit dem Jahr 2000 sind in Niederösterreich rund 100.000 Arbeitsplätze neu entstanden – das entspricht einem Anstieg um 14 Prozent“, so Salzer in seiner Eröffnungsrede. Die Ergebnisse seien jedoch, kein Grund, sich auf den Erfolgen auszuruhen: „Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn wir den eingeschlagenen Pfad des wissensorientierten Strukturwandels durchhalten und eine Strategie für den nationalen und internationalen Wettbewerb erarbeiten.“ Dort, wo Niederösterreich noch im Mittelmaß liege, müsse man eine Exzellenzstrategie entwickeln, meint Salzer und konkretisiert: „Ein wichtiger Schlüssel wird sein, Niederösterreich zum Land der digitalen Kompetenz auszubauen – und das beginnt im Bildungsbereich nicht erst in der Mittelschule, sondern wir müssen schon bei den Jüngsten anfangen. Zudem müssen wir danach trachten, dass die jungen Menschen, die unsere wichtigste Ressource der Zukunft sind, ihren Talenten entsprechend und nicht ihrer Herkunft nach ausgebildet werden. Nicht zuletzt müssen wir auch Vorreiter bei der administrativen Effizienz werden. Hier gibt es noch viel zu erledigen, um den derzeit vorherrschenden Bürokratieaufwand für Betriebe einzudämmen“, so Salzer.

Als Austragungsort wurde für die Vollversammlung heuer die Umdasch AG in Amstetten gewählt. „Es freut mich, dass so viele IV-Mitglieder heute erschienen sind und sich an dem Ideenworkshop bei der Klausur beteiligt haben“, so Umdasch AG-Vorstandschef und IV NÖ-Vizepräsident Dr. Andreas Ludwig.

Sehr deutliche Worte fand IV-Präsident Mag. Georg Kapsch in seiner Begrüßungsrede beim Industrieempfang: „Österreich ist einer der wenigen Staaten, in denen alle länderspezifischen Strukturreform-Prioritäten der OECD aus dem Jahr 2007 noch immer nicht umgesetzt wurden. Wir haben noch immer zu wenige zukünftige Erwerbspersonen und Fachkräfte, zu wenig Investitionsanreize, einen zu ineffizienten Staat vor allem in den Bereichen Verwaltung, Bildung und Gesundheit, und eine zu hohe Steuer- und Schuldenbelastung.“

Zu den politischen Ehrengästen zählte unter anderem Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav, die in ihrer Rede auf die gemeinsamen Projekte mit der Industriellenvereinigung NÖ hinwies:
„Wir haben in Niederösterreich erkannt, dass wir gemeinsam mehr Erfolge erzielen. Deswegen haben wir heuer mit der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung ein großes Projekt rund um Wirtschaft 4.0 gestartet, und den Betrieben die Chancen der Digitalisierung aufzuzeigen. Diesen Weg wollen wir auch im kommenden Jahr weitergehen. Außerdem setzt das Land Niederösterreich hier Maßnahmen, die sich nach den Bedürfnissen unserer Wirtschaftsbetriebe richten.“

LH-Stv. Mag. Johanna Mikl-Leitner, die in Vertretung des Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll an der Vollversammlung der IV NÖ teilnahm, betonte einmal mehr die wichtige Rolle der Industrie als Jobmotor für Niederösterreich: „Die Industrieunternehmen schaffen etwa ein Viertel aller Arbeitsplätze im Land. Zählt man die industrienahen Dienstleistungen dazu, sichert die Industrie sogar die Hälfte aller Arbeitsplätze in Niederösterreich. Daher freut es mich besonders, dass das Land NÖ und die IV NÖ bei vielen Projekten rund um die Themen Arbeitsmarkt und Bildung an einem Strang ziehen.“

Rückfragen & Kontakt:

Industriellenvereinigung Niederösterreich
Gerti Süss
+43 (1) 71135 - 2445
g.suess@iv-net.at
http://www.iv-niederoesterreich.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0002