IV-Wien: Leitbetriebe stärken

BM Drozda, die Wiener StR Brauner, IV-Wien-Präsident Hesoun, Boehringer-Ingelheim GD von Lattorff und WU-Professor Hoffmann über Herausforderungen und Chancen für Leitbetriebe

Wien (OTS) - „Leitbetriebe sichern Wachstum und Beschäftigung und sind in ihrer Wertschöpfungskette eng mit jeweils hunderten KMUs vernetzt. Sie decken die gesamte Wirtschaft ab und stehen darüber hinaus in einem intensiven internationalen Wettbewerb. Allein die 40 Wiener Leitbetriebe sichern kumuliert über 300.000 Jobs und erwirtschaften fast 8 Prozent der gesamten Wertschöpfung in ganz Österreich“ so Wolfgang Hesoun, Präsident der Industriellenvereinigung Wien (IV-Wien) und Vorstandsvorsitzender von Siemens Österreich auf der Vollversammlung der IV-Wien am 16. November, die unter dem Titel „Leitbetriebe in Wien – Herausforderung und Zukunftsperspektiven“ stand. Hesoun bezog sich dabei auf die aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Institutes-IWI, das kürzlich die neuesten Fakten zur Bedeutung der Wiener Leitbetriebe erhoben hat. Der IV-Wien-Präsident zeigte sich überzeugt, dass Wien von seiner durchmischten Wirtschaftsstruktur großer, mittlerer und kleiner Unternehmen stets profitiert habe. „Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von Leitbetrieben als Auftraggeber und Kooperationspartner enorm. Um diese positiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte zu sichern und die Innovationskraft weiter zu entfalten, muss unsere Standortqualität laufend verbessert werden“, so Hesoun, der hervorhob, dass „ein Arbeitsplatz in einem Wiener Leitbetrieb durchschnittlich 2,5 weitere Jobs in ganz Österreich schaffe“.

„Die Leitbetriebe in Österreich leisten einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung und Arbeitsplatzsicherung und sind zentral für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, erklärte auch Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien. Drozda sagte weiter: „Der österreichische Wirtschaftsraum bietet mit einem hohen Ausbildungsniveau, ausgeprägter Rechtssicherheit sowie der hohen Lebensqualität schon jetzt hervorragende Rahmenbedingungen. Dennoch ist es zentral die Kooperation mit der Industrie weiter auszubauen und in Aktivitäten für Forschung und Entwicklung zu investieren. Mit dem Paket zu Wirtschaft und Arbeitsmarkt sowie zur Forschung, Technologie und Startups haben wir hier in der Bundesregierung in den letzten Wochen wesentliche Schritte gesetzt, um auch für zukünftige Herausforderungen gerüstet zu sein.“

Renate Brauner, Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft und Internationales, bezog sich auf die wichtige Rolle der Industrie in Wien: "Wien steht zu seiner Industrie. Daher arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern daran, dass produzierende Unternehmen auch künftig die besten Rahmenbedingungen in unserer Stadt vorfinden und die Industrie in ihrer Rolle als Impulsgeber am Standort weiter gestärkt wird. Von den 50 gemeinsamen Projekten in unserem Standortabkommen mit der IV-Wien konnten bereits 20 erfolgreich umgesetzt werden und viele weitere Projekte sind bereits sehr weit gediehen. Erfolgreich ist nur, wer Mut zur Veränderung hat. Auf dem Weg zur 2-Millionen-Metropole strengen wir uns an, um leichteres Wirtschaften für die Betriebe zu ermöglichen und ausreichend Betriebsflächen für bereits ansässige und neue Unternehmen in Wien zu sichern."

Der Generaldirektor von Boehringer-Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Philipp von Lattorff, unterstrich die wichtige Bedeutung von Leitbetrieben für Forschung und Innovation am Standort Wien: „Der Forschungsstandort Wien wäre ohne die Leistungen der Leitbetriebe in weiten Bereichen nicht auf jenem Niveau, auf dem er sich heute befindet. Für ein forschendes Unternehmen ist es vor allem das wissenschaftliche Umfeld, das Kooperationen und damit Forschung auf Weltniveau ermöglicht. Deshalb investiert Boehringer Ingelheim, als forschungsintensivstes Pharmaunternehmen Österreichs, nicht nur jedes Jahr mehr als 200 Mio. Euro in die Wiener Krebsforschung, sondern auch noch 20 Mio. Euro in das Grundlagenforschungsinstitut IMP. Nur das Vorhandensein von international konkurrenzfähigen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Biotech-Start Ups ermöglicht internationale Spitzenforschung in Österreich.“

Werner Hoffman, Vorstand des Instituts für strategisches Management an der WU Wien und Partner bei Contrast E&Y Management Consulting GmbH ergänzte dazu: „Leitbetrieben kommt meiner Meinung nach eine zentrale Bedeutung bei der Nutzung des kreativen Potenzials der lebendigen Wiener Start-up Szene zu. Durch die intelligente Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen etablierten Industrieunternehmen und Start-ups, können beide Seiten enorm profitieren: Die Leitbetriebe können Jungunternehmen zum Erkunden neuer Geschäftsmodelle und zur „kulturellen Erneuerung“ nützen, während Start-ups durch die Kooperation mit Leitbetrieben Kundenzugänge erlangen sowie an Legitimität und finanzieller Stabilität gewinnen können - eine „Win-Win Konstellation“, die durch entsprechende institutionelle Rahmenbedingungen und gezielte Förderungen unterstützt werden sollte!“

Weitere Fakten aus der aktuellen Leitbetriebestudie des Industriewissenschaftlichen Institutes: Die gesamten, direkten Umsätze der 40 Wiener Leitbetriebe belaufen sich auf 35,61 Mrd. Euro, die dabei gesamtwirtschaftlich generierte Wertschöpfung liegt bei 21,42 Mrd. EUR, das sind fast 8 Prozent der in ganz Österreich generierten Wertschöpfung. Gesamtwirtschaftlich werden durch die Aktivitäten der 40 Wiener Leitbetriebe (berechenbare) Fiskaleffekte in Höhe von 3,38 Mrd. EUR sowie 3,41 Mrd. EUR an Sozialbeiträgen bewirkt. Weiters investieren diese Unternehmen rund 630 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung, das sind über 40 Prozent der gesamten regionalen F&E-Ausgaben aller Unternehmen in Wien.

Fotos sowie Studienergebnisse finden Sie unter www.iv-wien.at.

Näheres zum Thema Leitbetriebe finden Sie unter: www.iv-net.at -> Themen -> Forschung, Innovation&Technologie -> Leitbetriebestandort Österreich

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Stefanie Rögner, BA
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