Erkältungszeit: Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen

WGKK: Unnötige Antibiotikaeinnahme fördert Resistenzen und verursacht Kosten

Wien (OTS) - Vor dem Europäischen Antibiotikatag am 18. November ruft die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit diesen wichtigen Medikamenten auf.

Antibiotikaverordnungen unterliegen in Österreich starken saisonalen Schwankungen. In den Wintermonaten werden deutlich mehr Antibiotika verordnet. Das zeigen auch die Zahlen der WGKK: In der Wintersaison 2015/2016 wurden bspw. rund 590.000 Verordnungen für Antibiotika auf Kosten der WGKK abgerechnet. Das war ein Viertel mehr als in der Sommersaison 2015.
Erklärt wird dieses Phänomen häufig mit erhöhten Raten für Erkältungen und grippalen Infekten im Winter. Dr.in Barbara Hörnlein, Ärztliche Direktorin der WGKK erinnert: „Erkältungskrankheiten sind in den meisten Fällen auf Virusinfektionen zurückzuführen, Antibiotika helfen dagegen nicht“. Im Gegenteil: Werden Antibiotika ohne Notwendigkeit eingenommen, werden einerseits Resistenzen der Bakterien gegen Antibiotika gefördert, andererseits besteht die Gefahr von unangenehmen Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Hautausschlägen und Genitalinfektionen. Mag.a Edith Brandner von der Abteilung Medizinische Behandlungsökonomie der WGKK warnt vor dem unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika gegen virale Infekte. Mag.a Brandner: „In anderen europäischen Ländern - wie Dänemark oder Norwegen -, in denen die saisonalen Schwankungen des Antibiotikaverbrauchs deutlich schwächer ausgeprägt sind, ist auch die Resistenzlage deutlich günstiger als in Österreich.“

Antibiotika nur nach ärztlicher Anordnung einnehmen

Dr.in Barbara Hörnlein: „Jeder der ein Antibiotikum braucht, wird dieses auch erhalten. Diese Entscheidung sollte aber auf jeden Fall eine Ärztin, ein Arzt treffen“. Die ärztliche Direktorin der WGKK ersucht Patientinnen und Patienten mit Erkältungskrankheiten, der Kompetenz ihrer behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu vertrauen. Diese wüssten am besten, wann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig sei. Falls ein Antibiotikum verordnet wird, ist es wiederum wichtig, die ärztlichen Einnahmevorgaben (wie oft am Tag, wie viele Tage) genau einzuhalten, da sich sonst ebenfalls Resistenzen bilden können und die Wirkung des wertvollen Medikaments verloren gehen kann. Auf keinen Fall sollten Antibiotika auf eigene Faust ohne ärztliche Anordnung eingenommen werden. Denn auch wenn eine bakterielle Infektion vorliegt und eine ungeeignete Klasse von Antibiotika verwendet wird, wirken diese nicht und die Resistenzbildung wird gefördert. Bei viral bedingten Erkältungskrankheiten können die Symptome mit Schleimlösern, abschwellenden Nasentropfen, Schmerzmitteln oder entzündungshemmenden Arzneien gelindert werden. Ruhe und viel Trinken helfen zusätzlich.

Der Europäische Antibiotikatag wird vom Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) organisiert. Die zunehmende Resistenzbildung von Bakterien gegen Antibiotika wird vom ECDC und der Weltgesundheitsorganisation WHO als eines der weltweit größten Gesundheitsprobleme angesehen. Zum Europäischen Antibiotikatag warnt die ECDC vor der Wiederkehr eines „Vor-Antibiotika-Zeitalters“, in dem bakterielle Infektionen nicht mehr behandelt werden können. Vom 14. bis 20. November findet auch die Welt-Antibiotika-Awarness-Woche der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt.

Tipps zum verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika:

  • Nehmen Sie Antibiotika nur nach ärztlicher Verschreibung ein.
  • Halten Sie sich genau an die tägliche Dosis und Dauer der Einnahme.
  • Versuchen Sie niemals, Antibiotika ohne Verschreibung zu kaufen.
  • Bewahren Sie niemals Antibiotika für eine spätere Verwendung auf.
  • Verwenden Sie niemals von einer früheren Behandlung übrig gebliebene Antibiotika.
  • Geben Sie niemals Antibiotika-Reste an andere weiter.

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Mag.a Silvia Jirsa
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