Sima: Umbau der Kläranlage zum Öko-Kraftwerk liegt voll im Plan

„Vorklärung West“ der ebswien hauptkläranlage in Betrieb – Flächengewinn für Faulbehälter bis Mitte 2017 – Selbstversorgung mit Ökostrom ab Ende 2020

Wien (OTS) - Nach einer Bauzeit von knapp eineinhalb Jahren ging nun in der von der ebswien betriebenen städtischen Hauptkläranlage in Simmering der erste im Rahmen des Projekts E_OS – Energie_Optimierung Schlammbehandlung errichtete Anlagenteil in Betrieb: Die „Vorklärung West“ läuft seit Ende Oktober. Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke: „Mit E_OS wird die Wiener Kläranlage zum Öko-Kraftwerk. Sie kann ab 2020 die gesamte von ihr benötigte Energie selbst aus dem erneuerbaren Energieträger Klärgas erzeugen. Das äußerst komplexe Projekt liegt sowohl voll im Zeit- als auch im Kostenplan. Trotz des Umbaus im laufenden Betrieb ist das hohe Niveau der Abwasserreinigung in Wien jederzeit garantiert.“

Die beiden neuen Vorklärbecken sind Teil des letzten Reinigungsschrittes im Rahmen der mechanischen Stufe der Wiener Hauptkläranlage. Aufgrund der langsamen Fließgeschwindigkeit des Abwassers in den riesigen Stahlbetonwannen – jedes Becken ist 70 Meter lang, 30 Meter breit und 3 Meter tief – sinken hier flockige Abwasserbestandteile und kleinere Feststoffe zu Boden. Moderne Kettenräumer aus Kunststoff sorgen dafür, dass dieser „Primärschlamm“ vor den beiden anschließenden biologischen Reinigungsstufen der Hauptkläranlage aus dem Abwasser entfernt wird.

Platz für den Klimaschutz

Die neuen Vorklärbecken lösen gemeinsam mit der „Vorklärung Ost“, die zur Gänze Mitte 2018 in Betrieb gehen wird, ihre seit 1980 in Dauerbetrieb stehenden Vorgänger ab, die, ebenso wie die Belebungs-und Zwischenklärbecken der 1. Biologischen Reinigungsstufe, am Ende ihrer Lebensdauer angelangt waren. Die nötige Reinvestition in die „Ur“-Anlage bringt auch in diesem Teil der Hautkläranlage mehr Energieeffizienz, steigert die Ausfallssicherheit und senkt die Instandhaltungskosten. Das Volumen der Becken im 10 Hektar großen Baufeld wird im Rahmen von E_OS um 50 Prozent vergrößert. Da die Belebungs- und Zwischenklärbecken aber in Zukunft deutlich höher sein werden, kommen sie mit einer wesentlich kleineren Grundfläche aus. Der dadurch frei werdende Platz kann für die neue Schlammbehandlungsanlage – und damit für den Klimaschutz – genutzt werden. Denn von E_OS profitiert auch die Wiener Klimabilanz erheblich: Der Ausstoß von CO2-Äquivalenten sinkt ab 2020 um rund 40.000 Tonnen pro Jahr.

Mitte 2017 startet auf der frei gewordenen Fläche der Bau der Faulbehälter, des Herzstücks der neuen Klärschlammbehandlungs¬anlage. Im Klärschlamm sind die bei der Abwasserreinigung entfernten Schmutzstoffe gebunden, pro Jahr fallen in Wien rund zwei Millionen Kubikmeter davon an. Der „voreingedickte“ und auf 38 Grad Celsius erwärmte Schlamm gelangt in sechs jeweils 30 Meter hohe Faulbehälter mit einem Gesamtvolumen von 75.000 Kubikmeter. Unter Luftabschluss bauen Bakterien dort die organischen Inhaltsstoffe des Klärschlamms ab. Während des 25 Tage dauernden Faulungsprozesses – der „anaeroben Stabilisierung“ – entsteht Klärgas, das zu zwei Drittel aus dem energiereichen Methan (CH4)besteht. Davon fallen 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr an! Der ausgefaulte Schlamm wird aus den Faulbehältern abgezogen und verbrannt. Das Klärgas hingegen gelangt über Filteranlagen von den Gasbehältern in Blockheizkraftwerke, wo es in Gasmotoren verbrannt wird. Dabei entsteht nicht nur mechanische Energie, die mittels Generatoren in elektrischen Strom umgewandelt wird, sondern auch Wärme, die für Heizung und Warmwasserbereitung verwendet werden kann. Dadurch bringen es die Blockheizkraftwerke auf einen hohen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 80 Prozent.

Wir klären alles – ab 2020 mit Ökostrom aus eigener Produktion

Seit 1980 reinigt die Hauptkläranlage in Simmering das gesamte Abwasser der Wienerinnen und Wiener, mehr als 6.400 Liter Abwasser gelangen pro Sekunde in die Anlage. In 20 Stunden durchläuft das Abwasser eine mechanische und zwei biologische Reinigungsstufen, in denen sich die 169 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage die Natur zum Vorbild nehmen. Mehr als 100.000 Kilogramm Schmutzstoffe werden dem Abwasser Tag für Tag entzogen. Über den Donaukanal fließt das gereinigte Abwasser in die Donau, ohne deren Wasserqualität zu beeinträchtigen. Wir klären also alles und sorgen dafür, dass die Donau blau bleibt. Ab 2020 zur Gänze mit Ökostrom aus eigener Produktion.

Information

Weiterführende Informationen zum Projekt E_OS unter:
www.ebswien.at/e_os

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Karl Wögerer
Leiter Kommunikation
ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.
Tel.: 01 76099 5820
E-Mail: k.woegerer@ebswien.at

Mag. Stefan Fischer
Mediensprecher StR Ulli Sima
Tel.: 01 4000 81359
E-Mail: stefan.fischer.sf1@wien.gv.at

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