Volksbegehren der NÖ Ärztekammer: „Njet“ von Apothekern

Keine Unterstützung für Forderungskatalog

Wien (OTS) - Die Österreichische Apothekerkammer weist die Forderung der NÖ Ärztekammer, Medikamente in Ordinationen abzugeben, aufs Schärfste zurück. Medikamente gehören in die Apotheke. Eine direkte Medikamentenabgabe durch den Arzt (Dispensierfreiheit) wird kategorisch abgelehnt.

Dem heute angekündigte Volksbegehren der NÖ Ärztekammer „SOS Medizin“ in Bezug auf die 15a Vereinbarung liegt die Angst der Ärztefunktionäre zugrunde, Macht und Einfluss im Gesundheitswesen aufgeben zu müssen. Es kann aber nicht sein, dass die Ärztekammer im Zuge ihrer Aufregung um die jüngsten Entwicklungen nun versucht, die Leistungen der Apotheken zu schmälern. Zwar erst unter Punkt vier, aber immerhin fordert die Ärztekammer im Volksbegehren, eine direkte Medikamentenabgabe durch den Arzt. Inhaltlich hat dies nichts mit der 15a Vereinbarung zu tun. „Wir werden sicher nicht dulden, dass die NÖ Ärztekammer auf diesem Weg versucht, Kleingeld für eine alte Forderung zu machen, die kein Gesundheitspolitiker mehr ernst nehmen kann“, so Mag. pharm. Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich. „Ich sehe diesen Rundumschlag der Ärztekammer im Lichte der bevorstehenden Kammerwahlen“.

Das Volksbegehren der NÖ Ärztekammer ist durchsichtig: Unter dem Deckmantel des Patienteninteresses will man über die Hintertür ein Körberlgeld verdienen. Die Apothekerkammer tritt vehement gegen dieses Volksbegehren auf und wird ihrerseits die Bevölkerung über diese Tatsache informieren. Haberfeld: „Unsere Apotheken leisten hervorragende Arbeit vor Ort. Wir werden nicht zulassen, dass die Forderung der NÖ Ärztekammer zulasten der 1.370 Apotheken in Österreich geht.“ Selbst bei Streiks von Ärzten haben die Apotheken rund um die Uhr bewiesen, dass die Patientinnen und Patienten hier gut beraten und versorgt werden. Eine vernünftige Verbesserung für chronisch kranke Patienten wäre, wenn diese ihre Dauermedikamente direkt in der Apotheke erhalten könnten – ohne jedes Mal ein Rezept in der Ordination abzuholen; dies wäre auch eine Entlastung für die Ärzte.

Apotheken auf einen Blick

In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau. Insgesamt beraten knapp 6.000 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.370 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350 Apothekerinnen und Apotheker in den österreichischen Krankenanstalten wertvolle Versorgungs- und Beratungsleistungen für die Patienten.

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