Mückstein befürchtet Abbau von Einzel- bzw. Facharzt-Ordinationen

Grüne: Brisante Details aus dem Ministerrat über kompletten Umbau der Gesundheitsversorgung

Wien (OTS) - „Die gestern im Ministerrat beschlossene 15a-Vereinbarung enthält brisante Details über einen kompletten Umbau der Gesundheitsversorgung. Ohne vorherige Begutachtung und ohne öffentliche Debatte über derart einschneidende Veränderungen wurden zwei komplexe Unterlagen zum Thema Gesundheit an den BürgerInnen vorbei geschummelt“, reagiert Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, empört.

„Die schlimmsten Befürchtungen wurden dabei noch übertroffen. Große Versorgungszentren und die Weiterentwicklung einzelner Krankenanstalten zu Einrichtungen der Grund- und Fachversorgung werden künftig gefördert, die ärztlichen Einzelordinationen und die ambulante Facharztversorgung sollen abgebaut werden. Als Trägerorganisationen für die Versorgungszentren wären künftig auch Investoren und Kapitalgesellschaften zulässig. Die Planung der Gesundheitsversorgung soll künftig alleine in den Händen einiger weniger Gesundheitsbürokraten liegen“, erläutert Mückstein.

„Ich bin ganz entschieden gegen eine Marktöffnung und gegen intransparente planwirtschaftliche Steuerung durch einige wenige Funktionäre im Gesundheitswesen. Schließlich werden hier mit den Geldern der Versicherten Entscheidungen gefällt, die jeden einzelnen Bürger und jede Bürgerin im Krankheitsfall massiv betreffen“, sagt die Grüne. "Medizinische Entscheidungen sollen auch künftig nicht von Kapitalinteressen beeinflusst werden. Investoren und Wirtschaftsbetriebe mit Profitinteresse sind als Trägerorganisationen für die neue Versorgung auszuschließen. Auch in Deutschland hat man ein ähnliches System bereits wieder zurückgefahren und starke Einschränkungen vorgenommen. Anfangs konnten medizinische Versorgungszentren (MVZ) z. B. auch von Heil- und Hilfsmittelerbringern gegründet werden. In Deutschland führte das dazu, dass MVZ immer häufiger von Investoren gegründet wurden, die sich als Kapitalgeber in den Gesundheitsbereich einkauften. Dort ist inzwischen geregelt, dass zur Gründung eines MVZ nur noch VertragsärztInnen, Krankenhäuser und gemeinnützige Trägerorganisationen zugelassen sind. Die Leitung eines Zentrums muss in der Hand von ÄrztInnen liegen, die in dem MVZ selbst tätig und in medizinischen Fragen weisungsfrei sind.“

"Bis zur parlamentarischen Beschlussfassung bleibt noch Zeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen und vernünftige Lösungen anzubieten. Wenn das nicht passiert, erwarte ich massiven Widerstand und massive Unruhen im Gesundheitswesen“, betont Mückstein.

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