Brunner: Aussage des UN-Umweltprogramms muss Weckruf für Bundesregierung sein

Grüne fordern Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz

Wien (OTS) - "Wir brauchen dringend Klimaschutzmaßnahmen vor 2020 und keine weiteren Verzögerungen und Vertagungen, so der eindringliche Appell von den Vereinten Nationen hier in Marrakesch. Wenn die globalen CO2-Emissionen nicht spätestens 2020 sinken und die Zusagen aller Länder nicht angehoben werden ist der Klimawandel kaum noch aufzuhalten", erläutert die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner bei der Weltklimakonferenz in Marrakesch zur Präsentation des UN-Umweltprogramm "Emission Gap Report 2016".

Derzeit bestehen große Lücken zur Zielerreichung: Für das Zwei-Grad-Ziel wird nach jetzigen Angeboten der Staaten um 14 Gigatonnen Treibhausgas jährlich zwischen 2020 und 2030 zu viel ausgestoßen und für das 1,5-Grad-Ziel sogar um 17 Gigatonnen zu viel.

"In Marrakesch ist die Erwartung an die Minister der Länder sehr groß, dass diese konkrete Vorschläge machen wie sie diese Lücke schließen. Die Grünen erwarten sich hier natürlich eine kräftige Ansage von Umweltminister Rupprechter", sagt Brunner.

"Leider arbeitet die österreichische Bundesregierung an einer Klimastrategie, die bisher keine konkreten Ziele enthält", kritisiert Brunner. Deutschland hat in Marrakesch einen Klimaschutzplan 2050 präsentiert, der auch konkrete Ziele für 2030 enthält. "Ich frage mich schon, wieso Deutschland das machen kann und wir in Österreich von Energieminister Mitterlehner und Umweltminister Rupprechter ständig hören, dass wir auf EU-Vorgaben warten müssen. Wie wir am Beispiel Deutschland sehen, könnte sich Österreich sehr wohl eigenständige Klimaschutzziele setzen und sie können auch über die EU-Zielsetzungen hinausgehen", hält die Grüne Umweltsprecherin fest.

Die österreichische Bundesregierung plant zwar eine Strategie, macht aber den schweren Fehler, Jahre verstreichen zu lassen um die Maßnahmen auch zu setzen. "Die Aussage des UN-Umweltprogramms muss ein Weckruf für die Bundesregierung sein, Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz zu setzen, wie z.B. die Streichung klimaschädlicher Subventionen, die Ökologisierung des Steuersystems und ein neues Ökostromgesetz", fordert Brunner Rupprechter auf, in Marrakesch "eine Klimastrategie vorzulegen, die klare Ziele und einen klaren Fahrplan für 2050 und 2030 enthält."

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