Demonstrative Sühne und Politik - Yad Vashem als Pilgerort deutschsprachiger Persönlichkeiten 1950–2016

Simon Wiesenthal Lecture von Dominique Trimbur, Fondation pour la Mémoire de la Shoah, Paris

Wien (OTS) - Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus hielt Bundespräsident Joachim Gauck am 27. Jänner 2015 die Rede "Ohne Auschwitz keine deutsche Identität". Davor hatten Umfragen gezeigt, dass das Lieblingsland der Israelis Deutschland war, während die Deutschen Israel als Bedrohung für den Frieden sahen und wünschten, es möge ein ‚Schlussstrich‘ unter ihre NS-Vergangenheit gezogen werden: eine deutliche Kluft zwischen den Positionen des höchsten deutschen Staatsmannes und den Ansichten der Bevölkerung.

Anhand eines Close Readings deutscher und österreichischer Staatsbesuche in Israel wird sich der Vortrag dem offiziellen Holocaustgedenken widmen. Dafür werden nicht nur die konkreten Wortspenden anlässlich dieser Besuche analysiert, sondern auch die Eintragungen in das Goldene Buch von Yad Vashem interpretiert. Zuletzt bleibt die Frage, ob dieser Habitus einer demonstrativen Sühne heutzutage nicht jegliche Bedeutung verloren hat und zu einem hohlen Ritual verkommen ist.

Dominique Trimbur, Programmleiter an der Fondation pour la Mémoire de la Shoah, Paris, freier Mitarbeiter am Centre de Recherche français à Jérusalem und Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des VWI, erforscht u. a. die deutsch-israelischen Beziehungen. Publikationen: "De la Shoah à la réconciliation? – La question des relations RFA¬Israël (1949–1956)", Paris 2000; "Entre rayonnement et réciprocité – Contributions à l’histoire de la diplomatie culturelle", Paris 2002; "Europa und Palästina 1799–1948: Religion – Politik – Gesellschaft" (Hg., mit Barbara Haider-Wilson), Wien 2010.

Demonstrative Sühne und Politik. Yad Vashem als Pilgerort
deutschsprachiger Persönlichkeiten 1950–2016.


Vortrag von Dominique Trimbur, Programmleiter an der Fondation pour
la Mémoire de la Shoah, Paris, im Rahmen der vom Wiener Wiesenthal
Institut für Holocaust-Studien (VWI) veranstalteten Reihe "Simon
Wiesenthal Lectures".

Moderation: Georg Graf, Wiener Wiesenthal Institut für
Holocaust-Studien (VWI).

Datum: 17.11.2016, 19:30 - 21:00 Uhr

Ort:
Haus-, Hof- und Staatsarchiv , Dachfoyer
Minoritenplatz 1, 1010 Wien

Url: www.vwi.ac.at

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Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Jana Starek
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