SPÖ-Straubinger: Nein, die FPÖ hat nichts aus der Geschichte gelernt!

FPÖ soll Antisemitismus und Geschichtsverzerrung in eigenen Reihen aufarbeiten

Wien (OTS/SPW) - „Heute Abend veranstaltet das FPÖ-Bildungsinstituts eine Veranstaltung zum Thema; ‚Haben wir aus der Geschichte gelernt? Neuer Antisemitismus in Europa‘. Nun ist es eine besorgniserregende Tatsache, dass eine neue Welle des Antisemitismus grassiert. Aber es ist kritisch zu hinterfragen, dass dieses ernste und wichtige Thema ausgerechnet von der FPÖ thematisiert wird. Denn diese Partei liefert ständig neue Belege dafür, dass sie rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt hat“, betonte die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin, LAbg. Sybille Straubinger am Montag.****

„Erst kürzlich hat Obmann Strache, der bei dem Symposium gemeinsam mit Norbert Hofer am Podium sitzt, einen ‚Bürgerkrieg‘ an die Wand gemalt – als ob die Ereignisse des Jahrs 1934 nicht genug Mahnung sind, es niemals wieder soweit kommen zu lassen. Und um dann noch eins draufzusetzen, hat Strache ausgerechnet am Nationalfeiertag eine Strophe aus der Ständestaats-Hymne des deutschnationalen Dichters Ottokar Kernstock gepostet“, kritisierte Straubinger. „Für Hofer wiederum wäre der heutige Abend die passende Gelegenheit, sich von seiner Burschenschaft zu distanzieren, die die österreichische Nation bekannterweise als ‚geschichtswidrige Fiktion‘ bezeichnet. Und er sollte klare Worte dazu finden, dass auf seiner Facebook-Seite immer wieder offen antisemitische Inhalte gepostet werden“, so Straubinger.

Auch Strache könne passend zum Veranstaltungsthema dazu Stellung nehmen, warum er 2012 eine Karikatur im Stil antisemitischer Hetzschriften der 1930er und 1940er Jahre via Facebook verbreitet hat. Oder warum er im Gemeinderatswahlkampf 2005 das Wort „Ostküste“ im Zusammenhang mit dem US-Wahlkampfstrategen Stanley Greenberg gebraucht hat.

Diskussionswürdig sei auch, dass der damalige Wiener Klubobmann Gudenus 2011 davon gesprochen hat, dass Gelb „nicht umsonst in der christlichen Symbolik die Farbe des Judas“ sei. Im Falle der mittlerweile ausgeschlossenen Nationalratsabgeordneten Susanne Winter, die 2015 ein antisemitisches Posting geteilt hat, war das sogar der FPÖ zu viel.

Ähnlich wie andere Rechtsparteien in Europa betreibe die FPÖ jedenfalls ein „zynisches Spiel“, so Straubinger abschließend: „Man hat auf ein neues Feindbild umgesattelt – den Islam. Sich in diesem Zusammenhang als Mahner vor Antisemitismus aufzuspielen, ist und bleibt völlig unglaubwürdig, solange die FPÖ keine Anstalten macht, aus der Geschichte zu lernen!“ (Schluss) tr

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