„Report“ über Staatsverweigerer, Meinungsroboter im Wahlkampf, erschütterte Kirche und Arbeitselend im Bundesforst

Am 8. November um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Susanne Schnabl präsentiert den „Report“ am Dienstag, dem 8. November 2016, um 21.05 Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:

Die Staatsverweigerer

Sie lehnen den Staat Österreich ab, erkennen weder Gesetze noch Richter und Staatsanwälte an, sie ignorieren Polizeistrafen und wollen weder Steuern oder Sozialversicherung noch Bankschulden zahlen. Seit einem Jahr sammelt eine Südoststeirerin immer mehr Anhänger um sich und gründet in ganz Österreich eine Reihe sogenannter „Staatenbünde“. Das klingt alles eher schrullig, doch Bewegungen, die staatliche Institutionen und ihre Regeln komplett ablehnen, haben Zulauf. Bisher agierten diese Staatsverweigerer von der Öffentlichkeit ziemlich unbemerkt, doch der Mord an einem bayerischen Polizisten durch einen „Reichsbürger“ hat die Politik aufgerüttelt. Innen- und Justizminister überlegen schärfere Gesetze. Verfassungsschützer fürchten eine zunehmende Gewaltbereitschaft. Ernst Johann Schwarz hat ein nächtliches Treffen der Staatsverweigerer besucht und berichtet über ihre Pläne und Machenschaften.

Meinungsroboter im Wahlkampf

In der heißen Phase des US-Wahlkampfs kommen auch sogenannte „Social Bots“ zum Einsatz, versteckte Programme, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen. Die Unterstützer von Donald Trump und Hillary Clinton benutzen diese Roboter, die im Internet automatisch Meldungen zu bestimmten Themen produzieren. Es sind gefälschte Profile, die man kaufen kann, um politische Botschaften zu streuen und Trends zu verstärken – mit wenigen Handgriffen lassen sich diese Meinungsroboter zum Leben erwecken. Helga Lazar und Katja Winkler berichten, wie diese digitalen Wahlkampfhelfer funktionieren, welche Rolle sie in der österreichischen Politik spielen und wie sie im Bundespräsidentenwahlkampf auftreten.

Live zu Gast im Studio ist Jürgen Pfeffer, „Big Data“-Experte an der TU München.

Erschütterte Kirche

Vor 30 Jahren erschütterten umstrittene Personalentscheidungen die katholische Kirche Österreichs, deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. 1986 wurde Hans Hermann Groer zum Erzbischof, ein halbes Jahr später Kurt Krenn zum Weihbischof von Wien ernannt, zwei streng Konservative, die die Kirche Österreichs wieder auf romtreuen Kurs bringen sollten. Später sorgten Missbrauchsvorwürfe gegen Groer und Sex-Skandale im Umfeld von Krenn für Schlagzeilen, die Zahl der Kirchenaustritte vervielfachte sich. Beide Bischöfe mussten schließlich zurücktreten, doch von den damaligen Erschütterungen hat sich die Kirche bis heute nicht erholt. Jetzt versucht Kardinal Christoph Schönborn, den Stimmungswandel durch Papst Franziskus auch für die Kirche in Österreich zu nutzen, berichtet Eva Maria Kaiser.

Arbeitselend im Bundesforst

Nachbarn haben es gefilmt: Mitten in einem Wald der Bundesforste in Tirol hausen rumänische Waldarbeiter tagelang in einem schäbigen Wohnwagen, mit unzureichender Ausrüstung und einem Pferd sollten sie Hunderte Festmeter Holz schlägern. Das sei kein Einzelfall, kritisieren Unternehmer die Vergabepraxis der Österreichischen Bundesforste. Der Staatsbetrieb vergebe Holzschlägerungsarbeiten an Firmen, die vor allem Billig-Arbeiter aus den Ostländern beschäftigten und diese auch noch gesetzwidrig unterbringen würden. Heimische Firmen fürchten durch das Lohn- und Preisdumping um ihre Existenzen. Selbst der Bundesforste-Zentralbetriebsrat spricht von modernem Sklaventum und fordert die Unternehmensführung auf, beauftragte Firmen viel stärker zu kontrollieren. Ein Bericht von Martina Schmidt und Margit Schuschou.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.
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