Leistungsbilanz der oö. Beschäftigten: Enorme Leistungen in allen Bereichen

Linz (OTS) - Oberösterreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erbringen enorme Leistungen – ob sie nun in der Reinigung tätig sind, am Bau, in der Produktion, im Büro oder in der Forschung. „Leider sind diese enormen Leistungen, ohne die alles still stünde und keine Werte geschaffen würden, oft viel zu wenig bekannt“, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. „Deshalb hat die Arbeiterkammer Oberösterreich jetzt die Leistungsbilanz der oberösterreichischen Beschäftigten erstellt.“

Im Jahresdurchschnitt 2015 waren in Oberösterreich rund 629.130 Arbeitnehmer/-innen beschäftigt. Gegenüber 2014 ist das ein Anstieg um etwa 6.000 Beschäftigte (plus ein Prozent). 345.729 Beschäftigte sind Männer, 283.399 Frauen – der Frauenanteil beträgt 45 Prozent.

Rund 980 Millionen Arbeitsstunden haben Oberösterreichs Beschäftigte im Vorjahr geleistet. Davon waren 37,6 Millionen Überstunden. Mehr als ein Fünftel von diesen, etwa 7,8 Millionen Stunden, wurde in keiner Weise abgegolten, weder in Geld noch in Zeitausgleich, auch nicht eins zu eins. Diese rechtswidrig unbezahlten Überstunden entsprechen einem Wert von rund 165 Millionen Euro oder aber rund 4.500 Arbeitsplätzen.

In unserem Bundesland wurden 2009 nach Angaben der Landesregierung insgesamt rund 134 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Es ist davon auszugehen, dass die oö. Beschäftigten jährlich mehr als 60 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten.

Unselbständig Erwerbstätige finanzieren sich ihre Pensionen weit überwiegend mit ihren eigenen Beiträgen. Im Jahr 2016 beträgt die Beitragsdeckungsquote der ASVG-Versicherten laut Angaben des Sozialministeriums 83,2 Prozent (ohne Ausgleichszulage). Dagegen sind die Pensionen von selbständig Erwerbstätigen nur etwa zur Hälfte (52,6 Prozent) durch Beitragsleistungen gedeckt. Noch schlechter schaut es hinsichtlich der Beitragsdeckungsquote bei den Landwirten/-innen aus. Deren Pensionen sind gar nur zu weniger als einem Viertel (22,4 Prozent) durch eigene Beiträge finanziert.

2014 haben die rund 715.000 Arbeitnehmer/-innen (einschließlich der öffentlich Bediensteten und Beamten/-innen) in Oberösterreich rund 3,4 Milliarden Euro (unter Berücksichtigung der Arbeitnehmerveranlagungen geschätzt 3,2 Milliarden Euro) an Lohnsteuer und weitere rund 3,5 Milliarden Euro an Sozialversicherungsbeiträgen geleistet.

Die AK Oberösterreich hat 325 heimische Mittel- und Großbetriebe (einschließlich Non-Profit-Unternehmen) im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2015 untersucht. Diese Betriebe beschäftigen rund 19 Prozent aller Arbeitnehmer/-innen in unserem Bundesland. Banken und Versicherungen waren nicht dabei. Die Beschäftigten in den untersuchten Unternehmen erwirtschafteten 2015 eine durchschnittliche Produktivität in Höhe von rund 84.430 Euro pro Person und Jahr. Damit überstieg die durchschnittliche Pro-Kopf-Produktivität die gesamten Pro-Kopf-Personalaufwendungen um etwa 24.600 Euro pro Person und Jahr.

2015 wurden beim Österreichischen Patentamt 3.195 Erfindungen angemeldet. Aus Oberösterreich kamen wie in den Jahren davor die meisten, nämlich 621.

Die vorliegende Leistungsbilanz beweist, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die mit Abstand wichtigsten Leistungsträger/-innen in Oberösterreich sind. Es ist höchste Zeit, diese Tatsache nicht nur öffentlich bewusst zu machen und auf allen Ebenen anzuerkennen, sondern daraus auch die angemessenen wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen zu ziehen. Die AK Oberösterreich fordert für die Beschäftigten Lohngerechtigkeit (u.a. durch rasche Anhebung der Mindestlöhne), Steuergerechtigkeit (u.a. durch Senkung der viel zu hohen Abgaben auf Arbeit) und Bildungsgerechtigkeit (u.a. durch mehr Förderung von Weiterbildung). „Die hohe Produktivität der oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss ihnen selbst wesentlich stärker zugutekommen. Das hebt auch die Kaufkraft und kurbelt die Konjunktur an. Geht es den Beschäftigten gut, geht es allen gut!“, betont AK-Präsident Kalliauer.

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