Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK, 1. bis 3. Quartal 2016: 37 Insolvenzen pro Werktag

Privatkonkurse sinken weiter, niedrigster Stand seit 2007

Wien (OTS) - Die Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. bis 3. Quartal 2016 zeigen einen weiteren Rückgang bei der Anzahl an Insolvenzen von Privatpersonen um mehr als 5% auf etwa 7.000 Verfahren. Weniger Insolvenzen gab es nur im Jahr 2007. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei um 6,5% auf 6.197 Verfahren gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge sind hingegen um 4,4% auf 859 Verfahren gestiegen. Hauptursachen sind Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbständigkeit und der falsche Umgang mit Geld. Die Durchschnittsverschuldung liegt laut Schuldnerberatern bei ca. 75.000 Euro.

Bundesländervergleich: 11 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig/überschuldet

Ein Bundesländer-Vergleich zeigt den stärksten Rückgang in Wien (-14,1%), in Kärnten (-9,2%) und im Burgenland (-6,9%). Hingegen berichtete die Bundesländer Oberösterreich (+12%), Steiermark (+3%) und Niederösterreich (+2,2%) von steigenden Insolvenzen. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt mit 2.665 Fällen, ebenso bei der relativen Insolvenzbetroffenheit: Fast 20 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen nicht ganz 11 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. bis 3. Quartal 2016 – Ausblick Gesamtjahr 2016

Rund 73% aller „Privatkonkurse“ enden mit einem so genannten Zahlungsplan, einer Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger über eine fixe Quote, welche längstens binnen sieben Jahren zu bezahlen ist. Dann erhält der Schuldner die Befreiung von seinen übrigen Verbindlichkeiten. Das kann der Schuldner aber meistens nur dann anbieten, wenn er mehr als das Existenzminimum an Einkommen zur Verfügung hat. Bei hoher Arbeitslosigkeit ist es somit schwerer die Entschuldung zu erlangen. Daher werden weniger Insolvenzanträge gestellt.

Für das Gesamtjahr 2016 ist mit einem weiteren Rückgang auf weniger als 10.000 Privatkonkursverfahren zu rechnen.

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