Die Mindestsicherung hilft gewaltbetroffenen Frauen

Ökonomische Absicherung ist Grundvoraussetzung für den Weg aus einer Gewaltbeziehung

Wien (OTS) - Wien, 03.11.2016 – Derzeit leitet die Armutskonferenz die Initiative #abersicher für eine bessere Mindestsicherung mit weniger Armut. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF unterstützt als Mitgliedsorganisation der Armutskonferenz die Initiative. Denn die ökonomische Absicherung ist eine Grundvoraussetzung für den Weg aus einer Gewaltbeziehung. Armut ist nicht geschlechtsunabhängig: Alleinerziehende sind die am häufigsten von Armut betroffene Gruppe in Österreich – rund 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Aber auch für ältere Frauen mit geringer oder fehlender Pension wäre eine Trennung vom Gewalttäter ohne Mindestsicherung nicht möglich.

Mindestsicherung ist Voraussetzung für ein Leben ohne Gewalt

Finanzielle Abhängigkeit zählt neben der emotionalen Abhängigkeit zu einem der Hauptgründe, warum sich Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, nicht trauen, sich vom Gewalttäter zu trennen. Nicht zu wissen, wovon man selbst und oftmals auch die eigenen Kinder leben sollen, sind Gedanken, die den Weg aus einer Gewaltbeziehung versperren. Eine ausreichende Mindestsicherung (Bedarfsorientierte Mindestsicherung – BMS) ist daher eine Grundvoraussetzung, damit sich Frauen aus einer Gewaltbeziehung befreien können.

Mindestsicherung besonders wichtig für Alleinerzieherinnen und ältere Frauen

Frauen flüchten oftmals mit ihren Kindern aus Gewaltbeziehungen. Als Alleinerziehende zählen sie dann zur am häufigsten von Armut betroffenen Gruppe. Rund 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Nach der Trennung und Scheidung vom gewalttätigen Partner sind sie oftmals auf die Mindestsicherung angewiesen – auch wenn sie erwerbstätig sind. Denn aufgrund der Kinderbetreuung können Alleinerzieherinnen oft nur in Teilzeitbeschäftigungen tätig sein. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Alleinerzieherinnen, die sich von ihrem gewalttätigen Partner getrennt haben, monatelang auf die Auszahlung der Unterhaltsbeiträge durch den Kindsvater warten müssen. Beide Faktoren erschweren die Existenzsicherung der Frauen und ihrer Kinder. Aber auch für ältere Frauen mit geringer Pension oder ohne Pensionsanspruch wäre eine Trennung vom gewalttätigen Partner ohne die Mindestsicherung nicht möglich. Die Mindestsicherung greift hier als wichtige Unterstützung.

Mindestsicherung muss Existenz sichern

Die Mindestsicherung muss die Existenz sichern. Eine ausreichende Mindestsicherung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Frauen mit geringem oder keinem Einkommen mit ihren Kindern aus einer Gewaltbeziehung flüchten und sich ein unabhängiges Leben frei von Gewalt aufbauen können.
„Eine ausreichende Mindestsicherung hilft gewaltbetroffenen Frauen – vor allem in Zeiten der Trennung und Scheidung“, betont Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF. „Daher stehen wir hinter der Initiative der Armutskonferenz #abersicher“, so Rösslhumer weiter.

Mehr Informationen über die Bedarfsorientierte Mindestsicherung und über die Initiative #abersicher online unter:
www.armutskonferenz.at/abersicher

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF ist seit 1988 das Netzwerk der autonomen Frauenhäuser in Österreich. 15 Häuser in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind mit dem Verein AÖF assoziiert. Autonome Frauenhäuser sind überparteiliche und überkonfessionelle Einrichtungen, in denen alle Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, und ihre Kinder rasche und unbürokratische Hilfe, Schutz, Unterstützung und Beratung bekommen. Der Verein AÖF leistet als Netzwerk der AÖF-Frauenhäuser Informations- und Sensibilisierungsarbeit und setzt sich für den gleichen Zugang von Frauen zu Rechten und Ressourcen ein. www.aoef.at

Rückfragen & Kontakt:

Maria Rösslhumer & Silvia Samhaber
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF
Telefon: 0664 793 07 89 / 01 544 08 20-23
E-Mail: maria.roesslhumer@aoef.at / silvia.samhaber@aoef.at
Web: www.aoef.at

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