Steigende Nachfrage bringt Investitionen in Gang

AK-Präsident Kalliauer: „Schluss mit Krankjammern, Aufschwung jetzt nutzen!“

Linz (OTS) - Die heimischen Betriebe investieren zu wenig: Gewinn-und Investitionsquote klaffen immer weiter auseinander. Das liegt nicht an einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, sondern an der europaweit schwachen Nachfrage in den letzten Jahren. Nun ist ein leichter Aufschwung zu spüren. Den sollten die Unternehmen dringend nutzen, um in ihre Beschäftigten und Niederlassungen zu investieren. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Stärken wir jetzt die Kaufkraft der Menschen – das belebt die Konjunktur und stärkt die Wirtschaft nachhaltig!“

Was für Unternehmen in unserem Land alles möglich ist, zeigt so manche Erfolgsgeschichte aus der heimischen Wirtschaft: Die Firma KTM beispielsweise hat sich nach der Krise 2008/2009 mit Unterstützung durch die öffentliche Hand hervorragend entwickelt. 2015 erzielte KTM das fünfte Jahr in Folge ein Rekordergebnis. Das Unternehmen mit Sitz in Mattighofen investiert auch kräftig im Innviertel, weil es hier beste Bedingungen vorfindet. „Warum sich KTM-Chef Pierer dann trotzdem immer wieder bemüßigt fühlt, den Standort schlechtzureden und Österreich sogar als ‚Bananenrepublik‘ zu bezeichnen, ist völlig unverständlich“, kritisiert Kalliauer. Er fordert ein Ende der kontraproduktiven „Standortdiskussion“ und des „Krankjammerns“ unserer Wirtschaft. „Den Unternehmen geht es besser, als ihre Industrievertreter gerne behaupten. Sie erwirtschaften überwiegend ansehnliche Gewinne. Diese müssen wieder mehr den Beschäftigten und dem Gemeinwesen zugutekommen“, so der AK-Präsident.

Eine zu geringe Investitionstätigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg könnte langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs schwer beeinträchtigen, denn mit den fehlenden Investitionen bleiben auch die dringend notwendigen Innovationen aus. Österreichs Unternehmen haben sich in den letzten Jahren punkto Investitionen eher zurückgehalten. Das lag nicht an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit, wie gerne kolportiert wird, sondern an den unsicheren Wachstumsaussichten. Denn Unternehmensinvestitionen werden massiv von den Absatzerwartungen im Inland und im Export getrieben.

Österreich schneidet im EU-Vergleich immer noch gut ab und gehört zu den Ländern mit höheren Investitionsquoten. Das ist zu einem Gutteil der öffentlichen Hand zu verdanken.

Wichtig ist für Präsident Kalliauer die Forderung, die seit Ende der 1990er-Jahre weit über den Investitionen liegenden Gewinne wieder in die Realwirtschaft zu lenken. Das untermauert auch der jährlich von der AK erhobene Wertschöpfungsbarometer, der bereits für 2014 schon wieder steigende und – gemessen an der Wirtschaftslage – zu hohe Gewinnauszahlungen an die Eigentümer/-innen festgestellt hat. AK-Präsident Kalliauer: „Gewinne, die nicht wieder in Investitionen und damit zurück in die Realwirtschaft fließen, landen überwiegend auf den Finanzmärkten und destabilisieren die Wirtschaft“.

Der derzeitige leichte Aufschwung wird sich nach aktuellen Einschätzungen allerdings 2017 wieder etwas abschwächen. Das Wirtschaftspaket der Bundesregierung kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Auch dass dabei der Schwerpunkt auf Klein- und Mittelbetriebe gelegt wird, macht Sinn. „Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, über gezielte Impulse die Konjunktur zu stärken“, so Kalliauer. Er fordert unter anderem kräftige Lohnerhöhungen; Investitionen in Bildungseinrichtungen, Wohnbau und Verkehr; Investitionen in die Energieeffizienz sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung.

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