ÖGB-Anderl: Einkommen müssen höher, gerechter und transparenter werden

Österreich rutscht bei Frauen-Gleichstellung weiter ab

Wien (OTS) - „Auch wenn WirtschaftsvertreterInnen versuchen, uns vom Gegenteil zu überzeugen, zeigen Statistiken immer wieder, dass bei der Gleichstellung von Frau und Mann in Österreich noch so einiges im Argen liegt – und die Situation verschlechtert sich im Vergleich zu anderen Ländern jährlich“, kommentiert Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende, die aktuellen Daten des Global Gender Gap Reports. „Wir können uns das Schneckentempo, indem Frauenprobleme angegangen werden, nicht länger leisten.“

Laut dem Gender Gap Report rutsch Österreich beim Thema Frauen-Gleichstellung im internationalen Vergleich von Platz 37 auf Platz 52. Bei der Lohngerechtigkeit belegt es nur Platz 100 von 144. „Wenn das kein Grund zum Schämen ist. Die Einkommen müssen höher, gerechter und transparenter werden, damit die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern endlich zugeht“, betont die ÖGB-Vizepräsidentin. „Wir fordern die Wirtschaft auf, Frauen endlich fair und korrekt zu entlohnen und Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen, von denen sie auch finanziell unabhängig und selbstbestimmt leben können.“

Neben einem kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto braucht es laut ÖGB-Frauen auch einen raschen Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die Eltern eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern und zu einer tatsächlichen Wahlfreiheit führen. „Es braucht umfassende Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene, aber auch gesellschaftliche Veränderungen – vom Aufbrechen veralteter Rollenbilder bis zur Arbeitsbewertung“, so Anderl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Kommunikation
Amela Muratovic
0664-886 286 52

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001