AK zu Mercer Index: Ewig gestrige Verunsicherungsbotschaft

Österreichisches Pensionssystem ist gut aufgestellt

Wien (OTS) - „Das österreichische Pensionssystem ist gut abgesichert. Auch das aktuelle Gut-achten der Pensionskommission zeigt: Österreich befindet sich mit seinem Pensionssystem auf einem sehr guten Weg“, sagt AK Pensionsexperte Wolfgang Panhölzl zum ‚Melbourne Mercer Global Pension Index 2016‘. „Auch langfristig ist die Entwicklung stabil. Der Mercer Global Pension Index hält an ewig gestrigen Verun-sicherungsbotschaften fest, die interessengeleitet sind.“

Die staatlichen Ausgaben für die gesetzlichen Pensionen werden in den nächsten fünf Jahren deutlich geringer ausfallen als im Budgetplan vorgesehen war – und zwar gleich um mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr. Auch langfristig ist die Entwicklung stabil. Nach dem Ageing Report der EU-Kommission werden die österreichischen Pensionsaufwendungen bis zum Jahr 2060 im Vergleich zum Jahr 2014 nur um 0,5 Prozent des BIP steigen. Österreich hat ein nachhaltiges öffentliches Pensionssystem, das auch für die Jungen gute Pensionen gewährleistet.

Der Mercer Index setzt auf kapitalgedeckte Systeme, so als hätte es die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht gegeben. Der Nachhaltigkeitsindex von Mercer ist so konstruiert, dass Pensionssysteme automatisch umso nachhaltiger erscheinen, je höher der Anteil der Kapitaldeckung ist. „Dies ist jedoch ein Trugschluss. Auch die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Gerade jene Länder, die auf Kapitaldeckung gesetzt hatten, waren im Zuge der Finanzkrise gezwungen, Leistungen zu kürzen, das Pensionsantrittsalter anzuheben oder überhaupt vom Privatisierungsweg wieder abzugehen“, so Panhölzl.

„Es ist vor allem der Mercer- Index selbst, der einer Reform bedarf“, sagt der AK Experte. So wird das öffentliche Pensionssystem ausschließlich im Zusammenhang mit Fragestellungen zum kapitalgedeckten System bewertet, beispielsweise wird die Qualität des Pensionssystems überwiegend mit Fragestellungen über Zusatzpensionen erhoben. Diese seltsame Indexbildung führt dazu, dass beispielsweise Deutschland bei der Angemessenheit der Pensionen weit vor Österreich rangiert, „angesichts des weitaus niedrigeren Leistungsniveaus in der deutschen Rentenversicherung ein mehr als eigenartiges Ergebnis“, kritisiert Panhölzl. Das Leistungsniveau in Deutschland ist laut OECD um mehr als 40 Prozent niedriger als in Österreich. Ganz vorne mit dabei im Index sind die Niederlande, deren kapitalgedeckte Pensionsfonds in einer schweren Krise stecken, die zu Leistungskürzungen geführt hat. Auch Australien, das gar keine erste Säule hat, also kein öffentliches Pensionssystem hat, hat einen Spitzenplatz im Mercer Index.

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