Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgebe vom 23. Oktober 2016. Von PETER NINDLER. "Blanik ist ab heute Wahlkämpferin".

Innsbruck (OTS) - Elisabeth Blanik hat nicht einmal ein Jahr Zeit, um die Tiroler SPÖ wahlkampffit zu machen. Sie selbst muss ab heute bereits in den Wahlkampfmodus wechseln.

Dass sie die Genossen endlich aus einem Dauer-Jammertal herausholen muss, ist der neuen SPÖ-Vorsitzenden Elisabeth Blanik wohl nicht erst seit ihrer gestrigen Wahl mit 93 Prozent bewusst. Ex-Parteichef Ingo Mayr hat nur den Stillstand verwaltet. Bei der Landtagswahl 2013 erreichte die SPÖ 13,7 %, aber nach wie vor dümpelt sie zwischen zehn und 13 Prozent herum. Vielleicht kommt Blanik eines gelegen: In Tirol riecht es wie im Bund schon intensiv nach Wahlkampf. Und wahlkämpfen kann die Lienzer Bürgermeisterin. Das hat sie im schwarzen Osttirol bewiesen.
Mit der Oppositionsrolle im Landtag tat sich die SPÖ anfangs sichtlich schwer, erstmals kann sie jedoch ohne die Ministrantenlast als Juniorpartner in einer Koalition mit der ÖVP angreifen. Die geübte Wahlkämpferin Blanik wird wohl versuchen, aus dem Nachteil einen Nutzen zu ziehen, obwohl Tirol nicht Lienz ist. Doch die Einigung der Partei gelingt ihr vielleicht mit dem nahen Ziel „Landtagswahl 2017/2018“ vor Augen leichter als dem gescheiterten Ingo Mayr. Der konnte sich niemals so richtig profilieren, weil er stets außen vor und nicht mittendrin war. Strukturell und finanziell hat der Roppener Bürgermeister die Partei aber saniert.
Blanik muss sich damit nicht herumschlagen, sie benötigt aber dringend neue Köpfe. Angreifer und keine Verteidiger von Posten und Funktionen. Das war bisher das Problem der SPÖ. Sie schrumpfte und wurde trotzdem immer behäbiger. Die nächste Baustelle ist Innsbruck. Dort wird beinahe gleichzeitig gewählt, der Doppelpass zwischen Stadt und Land ist notwendig. Und eines klar: Die SPÖ startet auch mit Spitzenfrau Blanik als Außenseiterin in den Wahlkampf. Denn die FPÖ machte den Sozialdemokraten schon längst die Rolle als erste Herausforderin von Schwarz-Grün streitig. Und wie.

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