Tag gegen Armut - AK-Präsident Kalliauer warnt vor Lohndumping: Rund 49.000 Menschen in Oberösterreich sind trotz Arbeit arm

Linz (OTS) - Anlässlich des morgigen internationalen „Tags gegen Armut“ weist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer auf die dramatische Lage jener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hin, die trotz Erwerbsarbeit kein Einkommen über der Armutsschwelle erreichen. Arm trotz Arbeit – das trifft alleine in Oberösterreich auf rund 49.000 Menschen zu. In ganz Österreich sind es fast 300.000. „Wir brauchen eine Aufwertung der menschlichen Arbeit durch ordentliche Entlohnung“, stellt Kalliauer klar.

Die Armutsgefährdungsschwelle liegt aktuell bei 1.163 Euro netto pro Monat bzw. 13.956 Euro pro Jahr bei einem Einpersonenhaushalt. Mit einem monatlichen Verdienst von 1.150 Euro brutto kommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den Sonderzahlungen dazu auf netto 13.607 Euro im Jahr – und fallen damit bereits unter diese Schwelle. Zum Vergleich: Die Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen beziffert die notwendigen monatlichen Haushaltsausgaben in ihren Referenzbudgets bei einem Einpersonenhaushalt aktuell mit 1.379 Euro. Da wird schnell deutlich: Das geht sich nicht aus.

Österreichweit sind laut Statistik Austria (EU-SILC 2015) etwa acht Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 64 Jahren „Working Poor“, also arm trotz Arbeit.

Rund 344.000 Vollzeitbeschäftigte in Österreich verdienten 2014 weniger als 1.700 Euro brutto (das aktuelle gewerkschaftliche Mindestlohnziel). „Mit der Lohnsteuerreform ist eine deutliche Netto-Kaufkraftstärkung gelungen. Nun ist die Wirtschaft am Zug: Es gibt ausreichend Spielraum für Lohnerhöhungen“, sagt Kalliauer. Armutsbekämpfung und eine weitere Stärkung der Kaufkraft der Arbeitnehmer/-innen seien jedenfalls wichtiger als unnötige Debatten über „Ein-Euro-Jobs“, kostenlose gemeinnützige Arbeit oder eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auf zwölf Stunden.

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