Mückstein zu Kindern in der Erwachsenenpsychiatrie: „Problem darf nicht weiter „vertagt“ werden!“

Grüne fordern sofortige Lösungsvorschläge.

Wien (OTS) - Scharfe Kritik, „dass psychisch kranke Kinder und Jugendliche nach wie vor regelmäßig auf erwachsenenpsychiatrischen Stationen aufgenommen werden“, übt heute die Grüne Gesundheitssprecherin NAbg, Eva Mückstein: „In einer parlamentarischen Anfrage und in zwei Entschließungsanträgen habe ich thematisiert, dass es sich dabei um eine schwere Verletzung menschenrechtlicher und fachlicher Standards handelt. Die beiden Anträge wurden aber leider wieder nicht zum Anlass genommen, endlich tätig zu werden. Sie wurden im Gesundheitsausschuss am 29. Juni 2016 „vertagt“ und somit auf die lange Bank geschoben“, so die Grüne Abgeordnete.

Nun hat auch das Landesgericht Wien festgestellt, dass es nicht zulässig ist, psychisch kranke Kinder und Jugendliche auf Erwachsenenpsychiatrien zu behandeln. Auch Volksanwalt Kräuter, das VertretungsNetz und die Patientenanwaltschaft kritisieren diesen eklatanten Missstand vehement. „Junge Menschen, die selbst an schweren psychischen Erkrankungen leiden, finden auf der Erwachsenenpsychiatrie ein für sie äußerst belastendes und für die Therapie nicht geeignetes Umfeld vor“, sieht sich Mückstein bestätigt, die selbst als Psychologin und Psychotherapeutin an kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen gearbeitet hat.

Wie bereits im Entschließungsantrag der Grünen formuliert, wird Gesundheitsministerin Oberhauser heute von Mückstein erneut aufgefordert:
- dem Nationalrat eine Gesetzesvorlage vorzulegen bzw. eine Verordnung zu erlassen, wonach die Versorgung von Kindern und Jugendlichen auf allgemeinpsychiatrischen Abteilungen ab dem Jahr 2020 nicht mehr zulässig ist.
- Zudem ist für jedes Bundesland ein spezifischer integrierter Versorgungsplan zu erstellen und dem Nationalrat vorzulegen, der den stufenweisen Vollausbau bis 2020 mit der dafür erforderlichen Bettenanzahl unter Einbeziehung und Ausweisung der alternativen Versorgungsmöglichkeiten z. B. im ambulanten und teilstationären (tagesklinischen) Bereich umfasst.
- Das Bundesministerium für Gesundheit soll jährlich einen Monitoring-Bericht erstellen, um den Ausbau der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungskapazitäten transparent darzustellen.

„Es darf jetzt nicht noch zwei oder mehr weitere Jahre dauern, bis dieser dramatische Zustand ein Ende hat. Es sind sofortige Übergangslösungen in Abstimmung mit tagesklinischen und ambulanten Einrichtungen zu schaffen. Das gilt ganz besonders für die jungen Kinder bis 14 Jahre. Kein einziges dieser Kinder darf mehr auf einer Erwachsenenpsychiatrie landen.“, fordert Mückstein.

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