Neues Volksblatt: "Pechvogel" (von Harald Gruber)

Ausgabe vom 15. Oktober 2016

Linz (OTS) - Die Geschichte von SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern beginnt im Mittelalter. Dort war es nämlich üblich, Singvögel zu fangen, indem Sträucher mit Leim oder Pech bestrichen wurden. Von dieser Art der Jagd leiten sich die Redewendungen „Auf den Leim gegangen“ und „Pechvogel“ ab. Beides gilt im Zusammenhang mit dem Handelsabkommen CETA für den roten Kanzler: Er ist bei diesem Thema nämlich weltabgewandten Populisten auf den Leim gegangen und steht nach der gestrigen Kehrtwende als zerzauster Pechvogel vor der österreichischen und europäischen Öffentlichkeit.
Soweit nur der durchaus eitle Christian Kern zerzaust wäre, wäre das Problem in seinem privaten Kreis zu erörtern. Aber, der Bundeskanzler hat mit seiner polemischen Agitation gegen das Handelsabkommen CETA auch das Image Österreichs als weltoffenes Land im Herzen Europas zerzaust. Dabei hätte schon die schiefgelaufene SPÖ-Mitgliederbefragung dem modebewussten Kern als Warnung dienen können: Kleinkariertes kommt zumeist nicht gut an.
Vor seiner Zeit als zerzauster Pechvogel hat Kern als geschniegelter Hoffnungsträger beim Amtsantritt kritisiert: „Politischer Inhalt wurde zuletzt durch taktischen Opportunismus ersetzt.“ Beim Blick auf die eigene CETA-Kampagne kann Christian Kern jetzt nachvollziehen, wie schnell aus einem populären Hoffnungsträger ein populistischer Bedenkenträger werden kann.

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