• 14.10.2016, 12:10:47
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  • OTS0114

Coface: Warenexporte aus Lateinamerika bleiben schwach

Kreditversicherer erwartet keine kurzfristigen Verbesserungen

Dr. Michael Tawrowsky, Country Manager Coface
Austria

Utl.: Kreditversicherer erwartet keine kurzfristigen Verbesserungen =

Sao Paulo / Wien (OTS) - Ein Aufschwung bei den Exporten von
Fertigprodukten aus Lateinamerika ist kurzfristig nicht zu erwarten.
Dies ist Ergebnis einer Untersuchung des Kreditversicherers Coface.
Waren die Rohstoffexporte zuletzt getragen von der starken Nachfrage
aus China und den guten Preisen, lahmen dagegen die Ausfuhr von
Produkten schon über die letzten zwei Jahrzehnte.

Hohe Arbeitskosten, schwache Infrastruktur und unzureichende
Handelsabkommen sind nach Ansicht von Coface Ursachen für diese
schwache Performance in sechs Ländern, die für ein neues „Panorama“
untersucht wurden: Argentinien, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Chile
und Peru. Demnach dürfte auch in den nächsten Jahren der Außenhandel
kaum wesentlich zum Wirtschaftswachstum der lateinamerikanischen
Länder beitragen.

Eine Reihe von Faktoren trübt den kurz- und mittelfristigen Ausblick.
So wurden keine großen Fortschritte in der preislichen
Wettbewerbsfähigkeit erreicht. Im Gegenteil: Aufwertungen der
Währungen sowie hohe Arbeitskosten belasten die exportierenden
Unternehmen zusätzlich. Dringend notwendige Verbesserungen in der
Infrastruktur sind vor dem Hintergrund von Korruptionsskandalen und
mangelnder regulatorischer Rahmenbedingungen schwierig. Weiters macht
der weltweit zunehmende Protektionismus neue Handelsabkommen mit
wichtigen Zielländern unwahrscheinlich.

Zwar stieg der Anteil der Warenexporte am BIP in allen sechs Ländern,
aber nicht wesentlich. Zudem scheint sich der leichte Trend seit 2015
wieder umzukehren. Nur in Mexiko, wo das produzierende Gewerbe eine
starke Position hat, stieg der BIP-Anteil von 19 Prozent im Jahr 2005
auf 27 Prozent in 2015. In den anderen Ländern lag der Beitrag zum
BIP 2015 jeweils unter 5 Prozent.

Lateinamerika müsse unbedingt die Infrastrukturprobleme lösen, auch
um die Transportkosten zu senken und die Produktivität zu steigern,
heißt es in dem neuesten Coface-Panorama. “Hier wiegt natürlich
besonders schwer, dass sich die Länder nicht den nötigen Spielraum
durch Reformen geschaffen haben, obwohl der jüngste Rohstoffboom
diese Möglichkeit am Silberteller präsentiert hatte”, erklärt Michael
Tawrowsky, Country Manager Coface Austria.

Details zur wirtschaftlichen Situation in Lateinamerika:
http://www.coface.at/Economic-Studies

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